BioPETG auf Kickstarter – Update Kampagne fehlgeschlagen

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3D Printlife hat ein besonderes neues Filament entwickelt – es handelt sich dabei um PETG. Doch nicht einfach nur PETG sondern BioPETG, was das bedeutet und was es sonst mit dem Filament auf sich hat wird dieser Artikel etwas genauer beleuchten.

24. März 2017 – Seit mehreren Jahren arbeitet Printlife an Filamenten die besser biologisch verträglich sind. Unter anderem ist dabei Enviro ABS entstanden. Die neueste Entwicklung ist aber ebenso interessant: PETG ist eines der am häufigst verwendeten Materialien weltweit (vor allem die Urform davon, PET) – zudem ist es sehr gut für 3D-Drucker geeignet. Doch das Material ist nicht sehr umweltfreundlich und bisher gab es keine natürlichen Alternativen. Das soll sich mit BioPETG zumindest ansatzweise ändern:

Herkömmlichem PETG wird ein natürlicher Zusatzstoff beigemengt, dieser ist speziell auf das PETG abgestimmt. Dieser Zusatzstoff sorgt dafür, dass die Bakterien im Kompost das PETG aufspalten können.

Das hört sich jetzt nach wüster Theorie an, doch Printlife hat dazu auch einen Versuch gestartet, der die Wirksamkeit des Zusatzstoffes beweisen soll. PETG und BioPETG wurden in 2-Liter-Glaskompostierer gegeben. Der Anteil an CO2 und Sauerstoff in den Behältern wurde mittels eines „Quantek Instruments Model 902D Dual Trak Oxygen/Carbon Dioxide Analyzer“ ermittelt.

CO2 Produktion: ASTM D5338-15 PETG vs. BioPETG

Dabei zeigten sich dann folgende Messergebnisse: Die CO2 Produktion des PETG sank von Tag zu Tag weiter ab. Gleichzeitig blieb die CO2-Produktion des BioPETG fast gleich. Grundsätzlich ist die CO2-Produktion etwas schlechte, vor allem wenn zu viel davon produziert wird, doch hier zeigt die CO2-Konzentration, dass das BioPETG von den Bakterien verarbeitet wird und das ist positiv zu bewerten.

Jetzt stellen sich manche sicher die Frage: Lösen sich die 3D-gedruckten Objekte dann auch einfach so auf? Das wird auf der Kickstarterseite des Projektes klar mit einem Nein beantwortet, da die notwendigen Bakterien typischerweise nur im Kompost vorkommen.

The bacteria content needed to consume BioPETG is exceedingly high and primarily found only in the above mentioned environments. These are some of the most foul conditions imaginable, so unless you’re a Ninja Turtle living in the sewers, your BioPETG prints will maintain their structural integrity and appearance just as any premium standard PETG would.

Ein weiteres „Feature“ des Materials ist die umweltfreundliche Verpackung. Der Spulenhalter besteht aus 100% recyceltem Karton, im Inneren befindet sich ein Blecheinsatz der recycelt werden kann. Sämtliches 3D Printlife Filament wird in den USA hergestellt und soll höchsten Ansprüchen gerecht werden.

Wer 3$ in das Projekt investiert, wird auf einer Dank-Website erwähnt und es wird ein Baum in China, Brasilien oder Nordamerika gepflanzt. Wer 10$ investiert erhält 100 Gramm des Filaments, wer noch mehr investiert erhält mehr Filament. So erhält man für 37$ eine 750-Gramm-Spule oder für 119$ 3 Stück 750-Gramm-Spulen.

Das Projekt läuft noch 26 Tage auf Kickstarter und möchte ein Ziel von 20.000$ erreichen. An dieser Stelle möchte ich noch eine kleine Kritik einbringen:

Das Filament kann zwar scheinbar zumindest teilweise von Bakterien abgebaut werden. Dennoch wird das BioPETG wie jedes andere PETG hergestellt, nur eben mit einem Zusatz. Das heißt das Material wird mit ähnlichen chemischen Verfahren wie PET hergestellt – hier wird kein biologisches Material verwendet, auch wenn der Namen des Filaments möglicherweise etwas anderes erwarten lässt.

21. April 2017 Update: Die Kampagne ist mittlerweile vorbei und konnte ihr Ziel nicht erreichen

Insgesamt konnten rund 4000$ gesammelt, nur ein Fünftel des 20.000$ Zieles. Woran die Kampagne letzten Endes gescheitert ist lässt sich nicht klar sagen.

Für alle die dennoch eine biologische Alternative zum herkömmlichen Kunststoff-Filament suchen gibt es jedoch auch so genügend Möglichkeiten: