LayBrick – Sandstein Filament im Test

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LayBrick ist ein vielerlei Hinsicht ein besonderes Material, das Beachtung verdient. Wir haben etwas Laybrick zum Testen von Kai Parthy erhalten. Im Test hat das Filament gezeigt, dass es ganz schön zickig sein kann, wer sich jedoch mit den besonderen Eigenschaften erst einmal angefreundet hat, kann beeindruckend Druckergebnisse erzielen.

Bei LayBrick handelt es sich um ein Co-Polymer (selbe Polymergruppe wie ABS), welches mit Kalk zugesetzt wurde. Der beigemischte Kalk sorgt dafür, dass die Oberfläche rau bis sandsteinartig ist, je nach Drucktemperatur sind verschiedene Oberflächen möglich.

Im Test ließ sich das Material ab 160 Grad drucken und es gab bei dieser Temperatur eine schöne sandsteinartige Oberfläche; wenn die Temperatur auf 210 Grad angehoben wird erreicht man hingegen eine etwas feinere Oberfläche. Da uns die Oberfläche bei 160 Grad Drucktemperatur am besten gefallen hat, haben wir diese Einstellung für die Tests beibehalten. Durch die niedrige Verarbeitungstemperatur lässt sich das Material auf allen gängigen 3D Druckern verarbeiten, nur der Nozzle-Durchmesser sollte nicht zu klein gewählt werden, da das Material zur Klumpenbildung neigt. Für den Test kam eine 0.4mm Standard Messing-Nozzle zum Einsatz und es gab keine Verstopfungen. Bedingt durch den Kalkstein im Filament neigt dieses jedoch sehr zu brechen, bereits ein leichter Druck mit den Fingern reicht aus um das Filament zu brechen. Diese Eigenschaft hat beim Druck immer wieder für Probleme gesorgt – man muss gut aufpassen um ein Brechen des Materials während dem Druck zu verhindern.

Für sämtliche Testausdrucke mit LayBrick kam der rund 220€ teure Anet A6 zum Einsatz, den wir bereits separat getestet haben. Temperaturmäßig hatte die Nozzle zwischen 160 und 210 Grad und das Hotbed 60 Grad – wobei ein Druck ohne Hotbed Heizung vermutlich auch funktioniert hätte. Die Oberfläche des Druckbettes ist dabei nur nebensächlich. Auf dem bekannten “Blue-Painter-Tape” hielten die Objekte so gut, dass man nur das Klebeband vom Druckbett lösen konnte um die Objekte zu entfernen. Das ist auf Dauer natürlich ziemlich nervig, daher haben wir getestet, ob man direkt auf Glas drucken kann und waren dabei erfolgreich. Um einen sicheren Halt zu gewährleisten musste das Glas aber zuvor (wenn der 3D Drucker noch ausgeschalten ist) mit Haarspray besprüht werden. Laut Hersteller neigt das Material nicht zu Warping, was sich in unserem Test bestätigt hat, das größte Problem war nur, dass das Filament leicht bricht.

Das Filament neigt auch eher zur Bildung von Fäden wie andere Filamente, eine leichte Anpassung der Retract Eigenschaften sollte dafür aber Abhilfe leisten. Nach dem Druck müssen LayBrick Objekte noch rund 2 Stunden (etwas länger ist besser) auf dem Druckbett trocknen und härten bevor sie entfernt werden können. Wer zuvor Objekte entfernt riskiert sie zu verbiegen – aus einem fehlgeschlagenen Testdruck kann so schon mal ein kleines Kunstwerk entstehen.

Nach dem Druck kann LayBrick auch noch nachbearbeitet werden, Schleifen ist mit Vorsicht möglich. Im Internet wird an mehreren Stellen beschrieben dass man Laybrick mit Isoproanolalkohol Nachbearbeiten kann, dies Erfahrung können wir leider nicht teilen: Beim Aufbringen des Alkohols wird die Oberfläche des Objektes einfach nur sehr klebrig, aber sonst findet keine Veränderung statt.

Fazit

LayBrick eignet sich besonders gut zum 3D Druck von Skulpturen oder Gebäuden. Durch die Einstellung der richtigen Temperatur kann man die Oberflächeneigenschaften maßgeblich verändern, insbesondere bei niedrigen Temperaturen ergibt sich eine einzigartige Oberfläche, die fast nicht mehr erahnen lässt, dass es sich um 3D gedrucktes Objekt handelt. Beim Umgang mit LayBrick ist allerdings Vorsicht geboten: Das Filament und Objekte daraus brechen sehr leicht, zudem müssen gedruckte Objekte erst aushärten bevor man sie sicher entfernen kann.

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