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Anleitung: DIY Spot-Scheinwerfer

Spot-Scheinwerfer (PAR-Scheinwerfer) werden zur Beleuchtung eingesetzt, je nachdem was beleuchtet wird, kommen dann noch Filter dazu und die Lichtquelle ist unterschiedlich. Solche Scheinwerfer kann man natürlich kaufen, aus Freude am 3D Druck habe ich solch einen Scheinwerfer selber designt und ausgedruckt. In dieser Anleitung möchte ich unseren Leserinnen und Leser durch meinen Bauprozess führen, die Dateien zum Nachbauen stellen wir natürlich kostenfrei zur Verfügung!

Nur zufällig habe ich vor rund einer Woche einen Conrad Megastore in Wien besucht, beim Gang durch die Beleuchtungsabteilung ist mir dann eine besondere „Glühbirne“ aufgefallen: Ein PAR38 Reflektor mit einer verbauten 80 Watt Glühlampe und E27 Fassung – E27 ist eine der gängigsten Fassungen für Glühbirnen. Da kam mir die Idee, dass ich einfach einen Halter für so einen Scheinwerfer 3D Drucken kann und diesen dann universell für Beleuchtungen von Fotos einsetzen kann. Der Reflektor hat rund 8€ gekostet. Alle anderen benötigten Bauteile hatte ich sowieso schon zu Hause lagernd.

Tatsächlich konnte ich jedoch keinen fertigen Scheinwerfer, der für mich passend wäre, auf Thingiverse oder einer anderen Plattform finden. Daher habe ich entschlossen kurzerhand selber ein Modell zu entwickeln. Wie man ein CAD Programm verwendet, werde ich nicht weiter erklären, das würde den Rahmen dieser Anleitung sprengen. Grundsätzlich besteht meine Konstruktion aus 2 Bauteilen: Dem Unterteil, dieser ist hohl und kann mit Sand befüllt werden um stabiler zu sein und der E27 Halter, der Neigbar auf dem Unterteil befestigt ist.

Jetzt aber zum 3D Druck: Sämtliche STL Dateien kann man auf der offiziellen 3Druck.com Thingiverse Seite downloaden. Ich hab für alle Bauteile ein günstiges PLA verwendet, mit der Farbe weiß, welches Material und welche Farbe ist natürlich dem eigenen Geschmack überlassen. Gedruckt habe ich alle Bauteile mit 0.3mm Layerhöhe auf dem Anet A6, Druckbett auf 65 Grad für die ersten 3 Layer und dann 55 Grad, Hotendtemperatur war konstant 60 Grad. Den Lüfter habe ich auf 70% ab Layer 5 aktiviert.

Wichtig ist noch folgendes: der Unterteil sollte ohne Support gedruckt werden, dadurch wird die innere Struktur des Bauteils zwar nicht sehr sauber gedruckt, aber es gibt später keine Möglichkeit mehr Support Strukturen zu entfernen. Nachdem alle Bauteiles ausgedruckt wurden, kann man diese falls notwendig nachbearbeiten. Mein erster Prototyp hatte noch kleine Fehler, die ich für die Thingiverse Version aber ausgebessert habe.

Jetzt beginnt der vermutlich schwierigste Teil des Projektes: der Zusammenbau. Zusätzlich zu den 3D gedruckten Teilen benötigt man noch folgendes: ein Kugellager wie es in 3D Druckern verbaut ist und eine ca 25mm Langes Stück 8mm Führung. Für die 8mm Führung habe ich übrigens nicht meinen 3D Drucker zerstört, sondern habe sie aus einem alten Drucker ausgebaut.

Die Führung wird oben am 3D gedruckten Unterteil eingesetzt, dabei sollte sie nicht einfach hinein rutschen sondern nur mit etwas Kraft hineingedrückt werden, hab habe sie mit einem kleinen Hammer vorsichtig hinein geschlagen. Nach diesem Schritt kommt der untere Teil des E27 Halters zum Zusammebau dazu, dieser sollte ebenfalls mit leichtem Kraftaufwand aufgestecket werden, wenn das nicht klappt kann man mit einer Feile vorsichtig die Mittige Aussparung größer Feilen. Als nächstes wird die 8mm Führung eingepresst – sie hält E27 Halter und den Unterteil zusammen. Für das Einpressen einfach die Führung passend ansetzen und mit einem Hammer vorsichtig hinein hämmern. Wenn dieser Schritt geschafft ist kann man versuchen den E27 Halter zu bewegen, das sollte jetzt mit etwas Kraftaufwand gut funktionieren.

Jetzt kann noch der Oberteil der E27 Halterung angeschraubt werden, dafür kann man Holzschrauben verwenden, bei meinem Prototypen kamen 3.5x30mm Schrauben zum Einsatz. Zu Letzt wird der PAR38 Reflektor befestigt, alternativ kann man natürlich auch jedes andere E27 Leuchtmittel einschrauben. Und schon ist der 3D gedruckte DIY Spotscheinwerfer fertig.

Kurz noch ein Hinweis zur Verkabelung und zum allgemeinen Aufbau: Ich habe eine kleine Box mit Schalter eingebaut, die Dateien dafür sind ebenfalls auf Thingiverse, Tipps zur Verkabelung gebe ich aber aus Sicherheitsgründen keine. Allgemein besteht absolute Lebensgefahr bei 230V Spannung, daher sollte man nur dann damit arbeiten, wenn man weiß was man tut, wenn nicht, kann man sich an den Elektriker seines Vertrauens wenden. Weder ich persönlich noch 3Druck.com übernehmen Haftung für Schäden die beim Bau oder Betrieb des Objektes entstehen.

Fazit

Ich hatte großen Spaß am Design und Bau des Scheinwerfers – bin aber keinesfalls Experte was so etwas betrifft- , wer an einem Nachbau interessiert ist sollte auch beachten das Glühlampen unglaublich viel Hitze produzieren, das kann dazu führen das 3D gedruckter Kunststoff weich wird, insbesondere PLA. ABS zum Beispiel bleibt wesentlich länger form-stabil. Sollte jemand den Scheinwerfer nachbauen würde ich mich besonders über Feedback oder Bilder auf Thingiverse freuen!

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QuelleThingiverse
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Dominik studiert derzeit Wirtschaftsinformatik an der TU-Wien. Seit mehreren Jahren beschäftigt er sich mit neuartigen Technologien und speziell mit 3D-Druck. In seiner Freizeit beschäftigt sich Dominik außerdem mit Embedded-Systems sowie deren Programmierung und ist außerdem ehrenamtlich bei mehreren Organisationen tätig.