Home Anwendungen Ein 3D-gedruckter Schlüssel, der nicht kopiert werden kann

Ein 3D-gedruckter Schlüssel, der nicht kopiert werden kann

Schlüssel gibt es schon lange. Die ältesten, aus Holz hergestellten, reichen vor 4000 Jahren an die alten Ägypter zurück. Die Römer verbesserten sie ein wenig, indem sie sie aus Metall bauten. Aber dort sind sie mehr oder weniger geblieben. Abgesehen von elektronischen Kartenschlüsseln ist ein Schlüssel im Grunde immer noch ein Stück Metall mit einer Reihe von Rillen, Zähnen und Vertiefungen, die, wenn sie in eine Keilnut eingesetzt werden, in einer Reihe angeordnet sind, um Stifte und Hebel zum Verriegeln oder Entriegeln eines Mechanismus zu bewegen.

Solche Schlüssel werden mit herkömmlichen Fertigungstechniken wie Schneiden und Stanzen hergestellt. Mit dem 3D-Druck gibt es jetzt einen neuen Weg, um Metallobjekte herzustellen. Und die Schlüssel stehen kurz davor, zum großen Vorteil der Schlüsselinhaber.

Bei einem 3D-Drucker werden Materialschichten zusammengeschmolzen, die nacheinander dem zu erstellenden Objekt hinzugefügt werden. Es kann sozusagen von innen nach außen etwas herstellen, indem es komplizierte innere Merkmale druckt und diese dann mit einer festen Schicht bedeckt. Aus der Sicht abgeschirmte Merkmale sind extrem schwer zu kopieren oder gar mit normalen Werkzeugmaschinen zu reproduzieren. Welchen besseren Weg gibt es, den Schlüssel neu zu erfinden, rechnete Alejandro Ojeda, ein Maschinenbauingenieur, der damals an der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) in Zürich studierte, als ihn auf diese Weise in 3D zu drucken.

Sein Interesse war, wie einfach es ist, die meisten Schlüssel zu kopieren: Ein paar Minuten in einem lokalen Schlüsselshop reichen normalerweise aus. Und das Kopieren wird einfacher. Es ist jetzt möglich, ein Foto eines Schlüssels mit einem Smartphone aufzunehmen und das Bild in eine Computerdatei umzuwandeln, aus der mithilfe eines billigen 3D-Hobbyisten eine Replik erstellt werden kann. Das resultierende Duplikat wird wahrscheinlich in Kunststoff gedruckt und ist daher nicht haltbar. Aber es ist wahrscheinlich gut genug, um wenigstens einmal zu funktionieren – und einmal ist genug. Sowie bei dem TSA Generalschlüssel für Gepäck.

Dr. Ojedas Antwort ist der Stealth-Key. Dieser ist in Titan gedruckt, einem der härtesten Metalle. Seine Zähne sind unter schmalen Leisten verborgen, so dass es nicht mehr zu sehen ist. Wenn sie jedoch in das Schloss eingesetzt werden, können die Zähne den Mechanismus betätigen.

Um den Stealth Key auf den Markt zu bringen, gründete Dr. Ojeda zusammen mit Felix Reinert, einem Experten für 3D-Druckmetall, eine Firma namens UrbanAlps. Jiri Holda, ein Schlossdesigner, schloss sich ihnen an, um einen Schlüsselprozess mit einem industriellen 3D-Drucksystem namens Selective Laser Melting (SLM) zu entwickeln. Dies wird derzeit zur Herstellung hochfester Bauteile für Düsentriebwerke und Gasturbinen verwendet. Tatsächlich waren es diese Verwendungszwecke, bei denen auch viel verborgenes Detail gedruckt wurde. Dies war für Dr. Ojeda seine Schlüsselidee.

Wie der Name schon sagt, verwendet SLM die Schichten aus Metallpulver, aus denen das zu bedruckende Objekt besteht, mit einem Laser. Es dauert nur wenige Sekunden, um einen herkömmlichen Schlüssel zu schneiden, aber die Erstellung eines Stealth-Schlüssels kann gut einen Tag ausmachen. Auf dem SLM-Gerät von UrbanAlps werden jedoch jeweils 850 Stück gedruckt, wobei sich jeder natürlich vom anderen unterscheidet.

Stealth-Schlüssel sind nicht billig. Ein Paar kostet zusammen mit einem Verriegelungsmechanismus (auf herkömmliche Weise hergestellt) etwa 200 US-Dollar. Die Gründer von UrbanAlps hoffen jedoch, dass die zusätzliche Sicherheit, die sie mit sich bringen, sie attraktiv machen wird – wahrscheinlich für Industriekunden und für die breite Öffentlichkeit als Vorhängeschlösser. Sie haben jedoch einen Nachteil. Wenn Sie einen verlieren, erhalten Sie einen neuen Schlüssel nur mit einer Sicherheitsüberprüfung, da nur UrbanAlps die Digital-Design-Datei für das Original besitzt. Ein Duplikat dauert einen weiteren Tag im 3D-Drucker.

Abonnieren Sie die wöchentlichen 3Druck.com-Newsletter. Jeden Montag versenden wir die wichtigsten Beiträge und Updates der Woche. Melden Sie sich jetzt kostenlos an.
Haben Sie einen Fehler entdeckt? Oder Anregungen und Ergänzungen? Bitte schicken Sie uns eine Nachricht.