Home Anwendungen Forschungsgruppe 3D druckt UV-Teleskopkomponenten für die ISS

Forschungsgruppe 3D druckt UV-Teleskopkomponenten für die ISS

Ein Gemeinschaftsprojekt der italienischen Raumfahrtbehörde (ASI), der russischen Raumfahrtagentur Roscosmos und des Instituto Nazionale di Fisica Nucleare (INFN) hat ein kosmisches UV-Teleskop vorgestellt, das kürzlich zur Internationalen Raumstation (ISS) gebracht wurde. Wichtige Teile des Teleskops wurden 3D-gedruckt.

Das neue Teleskop mit dem Namen Mini-EUSO (Multiwavelength Imaging New Instrument for the Extreme Universe Space Observatory) wird zur Untersuchung der terrestrischen und kosmischen UV-Strahlung von der ISS eingesetzt. Die Struktur wurde vor kurzem an Bord einer Sojus-Rakete ins All geschossen und auf dem russischen Zvezda-Modul der ISS installiert.

“Mit einer Umlaufdauer von etwa 90 Minuten zeichnet Mini-EUSO alle Objekte und Ereignisse im Weltraum und in der Atmosphäre in Sichtweite auf, einschließlich der UV-Emissionen der Nachterde, vorübergehender leuchtender Ereignisse, Meteore, Weltraummüll und mehr”, erklärt Marco Ricci, leitender Forscher bei den Laboratori Nazionali di Frascati INFN. “Das endgültige wissenschaftliche Ziel ist die Erstellung einer hochauflösenden Karte der Erde im UV-Bereich (300-400 nm), welche die Forschung über die kosmische Strahlung erheblich voranbringen, aber auch als wichtiges Experiment für künftige Weltraummissionen dienen soll”.

3D-gedruckte Teile für das Teleskop

Ein weiterer interessantes Aspekt ist, dass Teile für das Teleskop mithilfe des 3D-Drucks hergestellt wurden. Dadurch konnten die Kosten des Projekts gesenkt werden. Ebenfalls wurde auch die Produktionszeit um etwa ein Jahr verkürzt. Die Teile wurden mit dem 3D-Drucker Fortus 450mc von Stratasys und Material vom Typ ULTEM 9085 in den Laboratori Nazionali di Frascati des INFN in 3D-gedruckt. Die Kombination dieser beiden Produkte ermöglichte es dem Forschungsteam, Teile herzustellen, die den strengen Anforderungen des Luft- und Raumfahrtsektors und der ISS entsprachen. Die Teile mussten auch den mechanischen Belastungen und Vibrationen eines Raketenstarts standhalten können.

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