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Redefine Meat serviert 3D-gedrucktes „Rindfleisch“

Den Gästen in einem schicken Restaurant in Israel wurde ein eleganter Kebab serviert, der mit einem auffälligen Streifen purpurroter Sauce und dünnen Scheiben roter Zwiebeln garniert war. Was sie nicht wussten ist, dass der Kebab eigentlich nicht aus Fleisch bestand. Stattdessen handelte es sich um eine 3D-gedruckte, pflanzliche Kreation des israelischen Lebensmitteltechnikunternehmens Redefine Meat (ehemals Jet-Eat).

“Wir entführen das Abendessen”, erklärte Redefine Meat CEO und Gründer Eschchar Ben-Shitrit. Ihm zufolge war dies das erste Mal auf der Welt, dass Fleisch auf pflanzlicher Basis mit 3D-Druck in einem Restaurant serviert wurde.

Das „Fleisch“ von Redefine Meat besteht aus relativ einfachen Zutaten: drei pflanzlichen Eiweißquellen, Fett und Wasser. Das Geheimnis liegt in der Druckproduktion. Anstatt zu extrudieren oder zu pressen, verwendet Redefine Meat 3D-Druck, um den Produkten eine realistischere Textur und ein realistischeres Mundgefühl zu verleihen.

„Wir können nicht nur die Fasern des Fleisches nachahmen, sondern auch, wie Fett und Wasser in der Fleischmatrix eingeschlossen sind“, erklärte Ben-Shitrit.

Das Fleisch in einem Restaurant zu servieren – ohne Vorwort oder Erklärung – war der ultimative Test für Redefine Meat. Wenn es den Gästen an und für sich gefallen hat und nicht nur, weil es auf Pflanzen basiert, dann war es ein Gewinn.

“Wir wollen kein besseres veganes Produkt herstellen”, erklärte Ben-Shitrit. “Wir wollen Menschen anziehen, die Fleisch essen.”

Sie sind nicht allein. Viele Unternehmen entwickeln pflanzliche Produkte, die sich nicht an Vegetarier und Veganer richten, sondern an die wachsende Zahl von Flexitariern. Dazu gehören junge Startups wie Beyond Meat und Impossible Foods sowie erfahrene Fleisch-Alternativfirmen wie Tofurky und Lightlife. Selbst große Lebensmittelkonzerne und Marktführer für verpackte Fleischwaren wie Nestlé und Tyson Foods entwickeln Produkte für Menschen, die Fleisch essen, aber weniger davon essen möchten.

Redefine Meat plant, sein erstes Produkt, wahrscheinlich eine Art 3D-gedrucktes veganes „Rindfleisch“, über einen französischen Metzger auf den Markt zu bringen, der Fleischgroßhandel an europäische Restaurants vertreibt. Sie planen, ihr Produkt bis 2020 in Europa auf Speisekarten zu bringen.

Auf der anderen Seite planen sie auch, ihr Fleisch direkt an den Verbraucher zu verkaufen. Ben-Shitrit erzählte mir, dass er damit gerechnet habe, dass das Fleisch für 30 bis 35 Euro pro Kilo (knapp 20 Dollar pro Pfund) im Einzelhandel erhältlich sein würde. Das ist, zumindest für den US-Verbraucher, ziemlich umwerfend teuer. Ben-Shitrit geht jedoch davon aus, dass dieser Preis sinken wird, wenn die Technologie erweitert und mehr Maschinen mit höherer Produktion beschafft werden. Derzeit verfügt das Unternehmen nur über eine kleine Maschine, die pro Stunde rund zwei Pfund Fleisch herstellt. Sie sind gerade dabei, eine größere “Alpha” -Maschine zu bauen, die ungefähr das Zehnfache dieser Leistung bringt. Obwohl er keine Details bekannt gab, sagte Ben-Shitrit, dass das Unternehmen einen nicht genannten Betrag an Finanzmitteln von israelischen Investoren hat.

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