Home Anwendungen Russische Bahn testet 3D-gedruckte Türgriffe für Züge

Russische Bahn testet 3D-gedruckte Türgriffe für Züge

Anfang dieses Jahres gab Siemens Mobility bekannt, dass es zusätzliche Stratasys-3D-Drucksysteme erworben hat, um die Produktion von Teilen für die Russische Eisenbahn (RZD) zu unterstützen. Nun hat Siemens Mobility eine Reihe von 3D-Druckteilen an die RZD geliefert, die für den Einsatz an Bord von Zügen zur Verbesserung der Hygiene inmitten der COVID-19-Pandemie evaluiert werden.

Die Russischen Eisenbahnen (RZD) testen derzeit 36 Anbauteile für Türgriffe von Siemens Mobility. Die Aufsätze ermöglichen es, Türen nicht mit der Hand, sondern mit dem Ellenbogen oder dem Unterarm zu öffnen. Damit soll die Verbreitung von Keimen oder eines Virus wie Covid-19 verringert werden. Siemens Mobility hat die Prototypen in mehrere Desiro-Züge eingebaut, die die RZD in Moskau betreibt. Die Teile werden mithilfe von Additive Manufacturing hergestellt und können on-demand geliefert werden. Ein Einsatz für weitere Zugflotten ist in Planung.

Türgriffadapter gehören zu den gängigsten Teilen, die heute in 3D gedruckt werden, um die Verbreitung von COVID-19 zu bekämpfen. Schon vor einigen Wochen hat das belgische Unternehmen Materialise ein Open-Source-Design für einen 3D-gedruckten Türgriff veröffentlicht, um die Verbreitung des Virus einzudämmen.

Im Fall der russischen Eisenbahn wurden die Türgriffe von Siemens Mobility mit Fortus 450mc 3D-Druckern von Stratasys 3D-gedruckt. Siemens Mobility hat erst kürzlich zwei Stratasys 3D-Drucker für die Wartung der russischen Zugflotte gekauft, zu der auch mehrere Velaro-Hochgeschwindigkeitszüge zählen. Siemens Mobility wurde mit der Instandhaltung der Velaro-Züge für einen Zeitraum von 30 Jahren beauftragt.

Die Drucker werden in Moskau und St. Petersburg eingesetzt und stellen einen Eckpfeiler des von Siemens Mobility aufgebauten Netzwerks “Easy Sparovation Part“ dar. Ziel des Netzwerks ist es, den Schienenverkehr mithilfe von 3D-Druck und einem digitalen Inventar an Originalzugbauteilen zu optimieren und den Austausch sowie die Herstellung von Ersatzteilen für Fahrzeuge zu vereinfachen. Das spart Zeit, Produktionskosten und den Bedarf an Ersatzteilen.

“Der 3D-Druck bietet uns im täglichen Geschäft die Flexibilität, Bauteile jederzeit selbst zu erstellen und zu ersetzen. Jetzt nutzen wir diese Technologie, um kurzfristig und on-demand Türaufsätze herzustellen, die den gesteigerten Bedarf unserer Kunden nach besonderen Gesundheits- und Schutzmaßnahmen bedienen”, sagt Sabrina Soussan, CEO von Siemens Mobility.

Das Kompetenzzentrum des AM-Netzwerks von Siemens Mobility hat seinen Sitz in Erlangen. Neben Moskau und St. Petersburg gibt es weitere Außenstellen in Dortmund und Wegberg-Wildenrath.

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