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Selbst hergestellter Modellbausatz aus dem 3D Drucker

Ein ganz individuelles Modell, das noch niemand hat, ist der Wunsch vieler Modellbau-Enthusiasten. Zugleich ist es schwierig, solche Modelle zu bauen, gerade wenn zu Hause nur wenig Platz für eine echte Werkstatt zur Verfügung steht, oder wenn die Modelle sehr klein werden sollen. Mittels 3D Druckverfahren ist es dabei nun ohne weiteres möglich, solche Bausätze zu Hause zu erstellen.

Die Anticosti war dabei das Wunschmodell – ein kanadischer Bohrinselversorger, der vormals als Minenleger in der kanadischen Marine im Dienst war. Zum Original lassen sich viele Fotos im Internet finden, und es existiert auch ein Jubiläumsband der Werft, der einige Details beschreibt. Im Maßstab 1:200 ist das Modell klein genug für das Wohnzimmer, aber es besitzt ausreichend Platz, um es mit einer Fernsteuerung zu versehen.

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Alle Teile aus dem 3D Drucker und das fertige Modell im Hintergrund

Das Modell der Anticosti entstand mit diesem Ansinnen komplett auf dem heimischen PC. Im Programm DelftShip, das kostenlos im Internet erhältlich ist und auf die Entwicklung von Schiffsrümpfen spezialisiert ist, entstand der Rumpf auf Basis von Fotos, die Aufbauten wurden in FreeCAD konstruiert, alle Teile wurden final in Blender montiert und beim Druckdienstleister Shapeways gedruckt.

Das fertige Modell ist 29 cm lang und kann mittels kommerziell erhältlicher Komponenten mit einer Fernsteuerung ausgerüstet werden. Es fährt sich auch ganz prächtig, wie diverse Videos zeigen.

Anticosti model 1:200 scale, RC

Der Clou am Modell ist nicht allein die geringe Größe und die hohe Detaillierung (die kleinsten Details, wie etwa Türklinken oder Tropfleisten, sind nur 0,4mm dick). Das Modell besitzt einen voll funktionsfähigen „GillJet“, der jegliche Fahrmanöver ermöglicht (Video). Ein GillJet saugt dabei Wasser unter dem Schiff an und stößt dieses über eine drehbare Düse wieder aus. Je nach Drehrichtung kann das Schiff so in jede Richtung bewegt werden und auch auf dem Teller drehen. Der GillJet ist dabei direkt in den Rumpf eingedruckt, wobei natürlich die mechanischen Komponenten für den Antrieb und die Steuerung noch ergänzt werden mussten.

Anticosti auf Jungfernfahrt am See
Anticosti auf Jungfernfahrt am See

Die Erfahrungen aus dem Bau zeigen, dass es auch für engagierte Modellbauer gut möglich ist, solche Modelle zu entwickeln und zu drucken, wenn man die gängigen Tipps aus der Fachliteratur berücksichtigt. Auch die Konstruktion auf einem kleinen Rechner ist möglich – die Rechenpower eines alten Notebooks aus dem Jahre 2010 war mehr als ausreichend für das 3D Modell, und mit den Prüffunktionen, die die verschiedenen 3D Druckdienstleister auf ihren Websites anbieten, war es einfach möglich, ein druckbares 3D Modell zu erzeugen.

Ein detaillierter Bericht ist in der Modellbaupresse erschienen. Dort ist die Anticosti in der Ausgabe 01/2016 auf der Titelseite der auflagenstarken Zeitschrift SchiffsModell gelandet:

Weitere Details auf www.microboathobby.de

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