Home Coronavirus Additive Fertigung in der Covid-19-Krise: SKZ druckt Face Shields für medizinisches Personal

Additive Fertigung in der Covid-19-Krise: SKZ druckt Face Shields für medizinisches Personal

Wie das Robert Koch Institut berichtet, gibt es pro Tag nach wie vor ca. 2500 Covid-19-Neuinfizierte allein in Deutschland, weltweit sogar 25.000. Obwohl die Ausgangsbeschränkungen die ersten Wirkungen in Form von sinkenden Infektionsraten zeigen, ist die Ansteckungsgefahr nach wie vor sehr hoch. Täglich gibt es Meldungen, dass Schutzausrüstung nicht in ausreichender Menge zur Verfügung steht. Das deutsche Kunststoff-Unternehmen SKZ tritt dem laut Pressemeldung entgegen und stellt Gesichtsschutzschirme (Face Shields) im Center for Additive Production (CAP) her. Der Gesichtsschutz ist ein entscheidendes Mittel für Pflegekräfte oder Sanitäter im Umgang mit Infizierten. Dabei ist das ganze Gesicht von einem transparenten Schild umgeben, um die Ansteckungsgefahr über Tröpfcheninfektion zu minimieren.

Die Nachfrage nach Face Shields am SKZ ist sehr hoch. Um den hohen Bedarf zu decken, wurde am CAP ein speziell für das Lasersintern ausgelegtes Design der Shield-Halterungen entwickelt. Die Produktion läuft auf Hochtouren und wird dankenswerter Weise durch kostenlose Bereitstellung von Material (Pulver für das Lasersintern) durch die EOS GmbH, Krailing, unterstützt.

Neben dem Lasersintern finden auch die FLM-Drucker (FLM: Fused Layer Modeling) im CAP für die Herstellung von Haltern ihre Anwendung. Unterstützung gab es hier durch eine großzügige Materialspende der Allod Werkstoff GmbH & Co.KG, Burgbernheim.

Auch die Open-Source-Gemeinschaft der Hobby-3D-Drucker trägt einen sehr großen Teil zur Herstellung bei. So finalisieren Studenten des Lehrstuhls für Funktionswerkstoffe der Medizin und der Zahnheilkunde (FMZ) der Universität Würzburg unter Leitung von Prof. Dr. Paul Dalton die Face Shields, dabei wurden diese mit einer transparenten Folie und einem Gummiband versehen. Darüber hinaus wurden auch auf privaten Druckern weitere Halter im FLM-Verfahren gedruckt. An dieser Stelle bedankt sich das SKZ für die umfangreiche Unterstützung sowie Kooperation.

In der Klinik König-Ludwig-Haus in Würzburg werden die Face Shields in beiden vorhandenen Fachbereichen eingesetzt. Für die Orthopädische Klinik König-Ludwig-Haus erweisen sich die durchsichtigen Shields als ideale Ergänzung zu dem bereits eingesetzten Mund-Nasen-Schutz. “Besonders in Bereichen mit Patienten-Erstkontakten, wie beispielsweise unserer Ambulanz, empfinden es Patienten und Mitarbeiter als angenehm, wenn man sozusagen komplett face-to-face in Verbindung treten kann”, freut sich Prof. Maximilian Rudert, Ärztlicher Direktor.

Im Zentrum für Seelische Gesundheit am König-Ludwig-Haus sind die Shields die perfekte Lösung, damit trotz Schutz für die Patienten der Gesichtsbereich der Mitarbeiter komplett sichtbar ist. “Kommunikation ist in unserem Fachbereich das A und O”, erklärt Martin Hauschild, leitender Oberarzt. “Eine verdeckte Mund- und Nasenpartie kann auf unsere Patienten eine irritierende Wirkung haben. Dank der durchsichtigen Shields haben wir dieses Problem gelöst.”

Das Bayerische Rote Kreuz sowie das Uniklinikum in Würzburg erproben derzeit mehrere Varianten und tragen so erheblich zur Verbesserung des Konstruktionsdesigns bei. Auch das Kinderzentrum am Johannisplatz in Leipzig hat bereits mehrere Face Shields erhalten und testet diese auf Herz und Nieren.

Um in der aktuellen Krisensituation und auch zukünftig schnell handeln zu können, steht die SKZ-Konstruktion als Datensatz auch für andere Dienstleister im Bereich 3D-Druck kostenlos zur Verfügung. Interessenten können sich gerne an das CAP-Team wenden (cap@skz.de).

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