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Formlabs eröffnet Community Parts Library im Kampf gegen COVID-19

Seit Wochen berichten wir über die Coronakrise im Zusammenhang mit 3D-Druck. Etliche Unternehmen engagieren sich in diesem Bereich. So auch der US-Hersteller Formlabs. Wir haben schon berichtet, dass das Unternehmen ein Unterstützer-Netzwerk gegründet hat sowie bei der Produktion von Testkits hilft. Nun eröffnet die Firma eine Community Parts Library im Kampf gegen COVID-19. Dort werden bereits erprobte 3D-Druck Vorlagen zum selbst drucken verfügbar gemacht.

Bestimmte medizinische Artikel, wie z.B. Nasenabstriche, erfordern spezialisierte Produktionsumgebungen, formale Prozesse und zahlreiche behördliche Anforderungen. Da die meisten Freiwilligen des Formlabs Support Network diese Anforderungen nicht erfüllen, wurde eine Datenbank mit wirkungsvollen Lösungen zusammengestellt, die druckfertig sind und von jedermann verwendet werden können. Diese Artikel sind für Ersthelfer und sogenannte systemrelevante Mitarbeiter auf der ganzen Welt gedacht. Es soll eine Abhilfe für dringend benötigten Nachschub sein, um ihre Sicherheit zu verbessern und die Verbreitung des Virus zu minimieren.

Die in der Datenbank verfügbaren Druckvorlagen wurden mit einem internen Team von Gesundheitsexperten und Ingenieuren sowie, wenn möglich, Klinikern sorgfältig geprüft. Die Dateien und Materialien sind für Stereolithographie-3D-Drucker optimiert. Von Maskenkomponenten bis hin zu Türgriffzusätzen liegt eine breite Sammlung nichtmedizinischer Produkte in der Datenbank ab, damit jeder etwas bewirken kann.

3D gedruckte Nasenabstriche in Spanien im Einsatz

Es besteht weltweit ein Mangel an Nasen-Rachen-Abstrichen (NP), die zur Entnahme von Proben für die COVID-19-Tests benötigt werden, so auch in Spanien. Nach ersten erfolgreichen Anwendungen in den Vereinigten Staaten von Amerika wurde nun auch am Hospital virtual Valdecilla (HvV) in Spanien erste Erfolge mit diesen Anwendungen erzielt.

Formlabs Coronavirus

Das HvV richtete eine multidisziplinäre Forschungsgruppe ein, um ein alternatives Design unter Verwendung der Formlabs 3D-Drucker und biokompatiblen, autoklavierbaren Kunstharzen zu entwickeln und Tests durchzuführen. Das Team entwarf und testete alle zwei Tage neue Iterationen, bis es innerhalb von zehn Tagen zu einem endgültigen Design kam – ein Prozess, der bei medizinischen Geräten normalerweise Monate dauert.

“Die neueste, fünfte Version wurde bei mehr als 100 Patienten eingesetzt. Die HNO-Abteilung ist mit diesen Abstrichen sehr zufrieden, weil das Design hart, aber gleichzeitig sehr flexibel ist. Es erlaubt ihnen, an den weit entfernten Punkt in der Nasenhöhle zu gelangen, um die Probe zu entnehmen”, sagt Juan Pedraja Vidal, Human Factor Engineer und Leiter des Labors für 3D-Druck und virtuelle Realität am HvV.

Mithilfe eines Formlabs SLA 3D-Druckers kann das HvV 324 Tupfer in elf Stunden herstellen, was auf einem einzigen Drucker innerhalb von 24 Stunden 650 Tupfer ergibt, wenn über Nacht gedruckt wird.

Weitere Informationen findet man direkt bei dem online eingerichteten Portal.

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