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“Helpful Engineering” entwickelt 3D-druckbares Beatmungsgerät nach einem Entwurf der U.S. Army von 1965

Die COVID-19-Pandemie führt zu Engpässen bei Atemmasken sowie anderen medizinischen Equipment wie Beatmungsgeräte. Mittlerweile gibt es diverse Initiativen, die versuchen einfache Beatmungsgerät zu entwickeln. Im Rahmen von “Helpful Engineering” haben sich Ingenieure, Produktdesigner und Mitarbeiter des Gesundheitswesens zusammengeschlossen, um ein 3d-druckbares Beatmungsgerät zu entwickeln, welches auf einem Entwurf der U.S. Army aus dem Jahr 1965 basiert.

Wir haben in den letzten Tagen schon von ähnlichen Projekten berichtet. So gibt es die Initiative OpenLungs, die ein Open Source Beatmungsgerät entwickeln. In Spanien sowie auch in Polen wurden ebenfalls Notfallsbeatmungsgeräte vorgestellt.

ARMEE-Beatmungsgerät2>

Das ARMEE-Beatmungsgerät (Automatic Respiration Management Exclusively for Emergencies) besteht lediglich aus zwei Kunststoffplatten, die miteinander verbunden sind und eine Reihe von internen Luftkanälen bilden, die den Sauerstoff in die Lungen des Patienten leiten. Es basiert auf einem erprobten Prototyp aus dem Jahr 1965 von der U.S. Army, für den bereits einige vorläufige Daten vorliegen. ARMEE ist eigentlich nur ein Teil eines ganzen Beatmungssystems, aber es ist das Teil, das in den weltweiten Gesundheitseinrichtungen am knappsten verfügbar ist. Es ist die Komponente, die das Timing bestimmt und den Wechsel zwischen Ein- und Ausatmung steuert (Oszillator).

Dieser spezielle Oszillator enthält keine Elektronik und wird ausschließlich mit Druckluft betrieben, die ihm über ein Ventil zugeführt wird. Im Inneren gibt es keine beweglichen Teile, so dass er nicht abgenutzt werden kann. Sobald die drei Kalibrierungsschrauben, die das PIP-, PEEP- und Einatem-/Ausatem-Verhältnis einstellen, kalibriert sind, ist er völlig autonom. Zu diesem Zeitpunkt ist die einzige Variable, die verändert werden kann, der Einlassdruck, der die Kraft bestimmt, mit der Sauerstoff in die Lungen des Patienten gedrückt wird. Der Anwender hat die Möglichkeit, eine Einatmung manuell einzuleiten, indem er die Absaugung am Beatmungsgerät einleitet, ansonsten wird sie vollständig durch die kalibrierte Rate der ARMEE gesteuert.

Obwohl das Gerät für den 3D-Druck ausgelegt ist, ist es immer noch einfach genug, dass eine mittelgroße Spritzgussanlage schätzungsweise mehr als 10.000 Einheiten pro Tag produzieren könnte. Eine Metallbearbeitungsanlage würde ähnliche Ergebnisse erzielen, und es ist diese Vielseitigkeit und Herstellbarkeit, die dem Gerät seinen Wert verleiht – es eignet sich für die begrenzten Herstellungsmöglichkeiten, die oft in unterentwickelten Ländern zu finden sind.

Mehr zu der Initiative findet man auch auf der Projekt-Seite bei Gofundme. Dort kann man die Arbeit auch unterstützen.

Highly-Manufacturable Ventilator - Fluidic Oscillator Prototype Testing
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