Ability1: Günstiger Metall-3D-Drucker auf Kickstarter – Update

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Ein Objekt aus echtem Metall zu Hause mit dem 3D-Drucker herstellen, das ist fast wie der heilige Gral auf dem Gebiet. Es gibt schon entsprechende Geräte, doch diese übersteigen in den Kosten oft den Wert es Kleinwagens, das mach die Technik natürlich für den Heimgebrauch uninteressant. Mit Ability1 soll sich das gänzlich ändern, das Team dahinter bittet derzeit auf Kickstarter um Unterstützung.

30. März 2017 – Oft genug wünscht man sich schnell mal ein Ersatzteil aus Metall fertige zu können, ohne den richtigen Maschinenpark ist das meist unmöglich. Ability1 soll das ändern, der 3D-Drucker kann nämlich Metall drucken und kostet unter 3000$, fast schon eine Revolution auf dem Gebiet – oder etwa nicht ?

Bereits vor etwa 5 Monaten hat Ability3D mit  ‚888‘ eine Maschine entwickelt die eine Kombination aus Metall 3D Drucker und Fräsmaschine ist. Damals hat das Unternehmen auch angekündigt in den ersten Monaten 2017 die entwickelte Maschine auf Kickstarter anzubieten für rund 3000$ und genau das tun sie derzeit mit Ability1.

Wie schon der Prototyp ‚888‘ ist auch Ability 1 eine Kombination aus 3D Drucker und CNC Fräsmaschine. Nachdem eine Schicht mittels MIG Verfahren gedruckt wurde wird sie von der integrierten CNC Fräsmaschine bearbeitet – so entstehen exakte Schichten und ein genaues Bauteil. Das Material für den Vorgang ist handelsüblicher MIG Schweißdraht, dieser kann Ability3D gekauft werden oder aber von jedem anderem Hersteller. Durch dieses Verfahren lassen sich Schichten zwischen 5 Mikrometer und 1000 Mikrometer (1mm) herstellen. Der Bauraum beträgt dabei immerhin 200x200x200mm.

Die Maschine wiegt etwa 32 Kilogramm, und passt aufgrund ihrer Größe sogar noch auf (größere) Schreibtische. Zusätzlich braucht auch noch das WIG Schweißgerät einen Platz. Etwas umständlich sind die Stromanschlüsse: die Maschine funktioniert nur mit 115-125 Volt 50Hz Wechselstrom – Umschalter auf 220-240V gibt es aber keinen. Daher braucht man in Europa zwingend einen Konverter von Netzspannung auf etwa 120V – solche Konverter Kosten aber mehrere hundert Euro. Aufgrund des hohen Stromverbrauchs benötigt die Maschine zudem 2 Stromanschlüsse, die beide aus verschiedenen Stromkreisen sein müssen, da ein einzelner Stromkreis typischerweise nicht genug Strom liefern kann.

Da das MIG Verfahren unter Schutzgas statt findet, wird auch das notwendige Schutzgas benötigt. Nach vielen Druckvorgängen muss zudem das Druckbett ausgetauscht werden. Derzeit kann der Ability1 auch nur mittel händisch geschriebener G-Codes gesteuert werden, diese sind aber sehr fehleranfällig und für komplexe Objekte fast unmöglich zu erstellen. Aber mit der Kickstarter Kampagne soll genug Geld zusammen kommen, damit eine passende Software entwickelt wird, die die G-Codes erstellen kann.

Insgesamt will Ability3D 640.000$ für das Projekt sammeln, zu Beginn war der Ability1 um 2.799$ erhältlich, wie bei Kickstarter üblich aber nur in begrenzter Stückzahl. Derzeit gibt es den Ability1 noch für 2.899$. Die Kampagne läuft noch bis zum 2. Mai, bis dahin entscheidet sich ob der erste leistbare Metall-3D-Drucker produziert werden kann. Wer die Kampagne unterstützen möchte sollte nicht auf die Lieferkosten vergessen, in den USA sind diese unter 300$ aber für die restliche Welt betragen die Lieferkosten zwischen 400-1200$. Wer möchte kann sich aber die Lieferung auch selbst organisieren und bezahlt dann nur 60$ zusätzlich für die Verpackung.

07. Mai 2017 – Update: Kampagne auf Kickstarter vorbei und Ziel nicht erreicht

Anfang Mai war die Kampagne des Ability1 zu Ende, das Ziel konnte bei weitem nicht erreicht werden. Von den 640.000$ die Ability3D sammeln wollten, konnten nur rund 96.000$ von 105 Unterstützern gesammelt werden. Bisher hat sich Ability3D noch nicht geäußert wie es mit dem Projekt rund um Metall 3D-Drucker weiter gehen soll. Einige enttäuschte Unterstützer haben dem Team von Ability3D trotzdem gratuliert und vorgeschlagen das Projekt quell-offen weiterzuführen.

Ein Grund für das scheitern war sicher der Preis und das Risiko, es gab nämlich während die Kampagne lief keine passende Software, die die Bewegungsabläufe für den Ability1 automatisiert erstellt. Zudem gab es im Allgemeinen wenige Beispiele von Objekten die der Ability1 erzeugt hatte. Wenn an diesen Punkten gearbeitet wird, könnte eine zukünftige Kampagne aber möglicherweise erfolgreicher sein.