Home 3D-Drucker Rapid Liquid Printing: MIT und Steelcase entwicklen neues 3D-Druckverfahren für Möbel

Rapid Liquid Printing: MIT und Steelcase entwicklen neues 3D-Druckverfahren für Möbel

Forscher des Massachusetts Institute of Technology (MIT) haben zusammen mit dem Möbelhersteller Steelcase aus Michigan mit Rapid Liquid Printing (RLP) eine neue Methode zum 3D-Druck entwickelt. Das Verfahren könnte sich bahnbrechend auf die Fertigung von personalisierten Büromöbeln auswirken.

Bei dem Rapid Liquid Printing Verfahren handelt es sich im Gegensatz zu den typischen Schichtverfahren im 3D-Druck um eine Methode mit einem anderen Ansatz. In einem Behälter aus industriellem Gel wird über eine Düse eine Zweikomponenten-Flüssigkeit aus Polyurethan aufgetragen, die nach dem Vermischen mit dem Gel zum Aushärten der Stellen führt. So entsteht innerhalb nur weniger Minuten ein festes Objekt, das aus dem Behälter entfernt und mit Wasser von Gelresten befreit wird. Ein weiterer Nachbearbeitungsprozess zum Aushärten ist nicht notwendig. Vorteil dieser Methode ist zudem, dass Materialien verwendet werden können die typischerweise auch bei anderen industriellen Prozessen zum Einsatz kommen.

Skylar Tibbits vom MIT Self-Assembly Lab erklärt:

Bild: MIT/Steelcase

“Bei unserem Verfahren werden keine Schichten gedruckt, es benötigt keine Stützstrukturen und Objekte können innerhalb von Sekunden bis Minuten aus alltäglichen industriellen Flüssigkeiten gedruckt werden.”

Der bekannte Hersteller von Büroeinrichtungen, Steelcase, sieht in dem zusammen mit dem MIT entwickelten Verfahren großes Potential für die Fertigung von individuellen Büromöbeln.

Dazu Rob Poel, Direktor New Business Innovation bei Steelcase:

“Wir sind auf der Suche nach interessanten Möglichkeiten für unser Unternehmen. In letzter Zeit steigt die Nachfrage für Personalisierung und Individualisierung am Arbeitsplatz.”

Laut Tibbits kann RLP drei der Probleme, die mit traditionellen 3D-Druckverfahren verbunden werden, lösen; darunter Geschwindigkeit, Materialien und Größe der Objekte. Zudem können mit der Methode verschiedene Stärken innerhalb eines Objekts erzielt werden.

Bis das neue Verfahren jedoch die Produktion von personalisierten Büromöbeln der Zukunft ermöglicht, steht noch ein langer Weg bevor. Ob damit hergestellte Möbel vorgegebene Prüfnormen einhalten muss neben Machbarkeitsstudien und Kostenanalysen noch eruiert werden.

Folgendes Video gibt einen guten ersten Einblick in das Potential des Verfahrens:

Steelcase MIT Rapid Liquid Printing in Furniture

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