Refabricator: NASA entwickelt Kombination aus Recycling-Maschine und 3D-Drucker für ISS

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Mit einer Maschine genannt „Refabricator“ hat die US-Raumfahrtorganisation NASA ein System entwickelt, das nicht nur benötigte Teile und Werkzeug drucken kann, sondern auch wiederverwertbare Kunststoffmaterialien für den 3D-Druck recycelt. Bereits kommendes Jahr soll das Gerät auf der ISS eingesetzt werden.

Für die Entwicklung der Maschine hat die NASA seit 2015 mit Tethers Unlimited Inc. (TUI) zusammengearbeitet. Bis Ende diesen Jahres wird der Refabricator letzte Prüfungen und die Zertifizierung am Marshall Space Flight Center in Alabama abgeschlossen haben.

„Wenn wir dazu in der Lage sein werden Menschen über die Erdumlaufbahn hinaus zu schicken, wird Platz ein kostbares Gut sein,“ sagt Niki Werkheise, Manager für In-Space Manufacturing bei der NASA. „Es wird einfach nicht mehr möglich sein Ersatzteile oder Werkzeug für alles im Raufschiff mit zu haben. Zudem sind Versorgungslieferungen von der Erde teuer und nehmen lange Zeit in Anspruch. Der Refabricator wird einer der Schlüssel für ein nachhaltiges Logistikmodell für die Produktion, das Recycling und die Wiederverwendung von Teilen und Abfallmaterial sein.“

Im April 2017 wird die Maschine sich erstmals auf den Weg zur internationalen Raumstation ISS aufmachen. Die Steuerung und Überwachung des Refabricators wird von der Erde aus stattfinden, sowohl über das Mission Control Center der NASA als auch über TUI. Die Fernsteuerung soll den Astronauten wertvolle Zeit sparen und mehr Eigenständigkeit für zukünftige Weltraummissionen schaffen.

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„Die Raumstation ist ein ideales Testumfeld für diese bedeutende Technologie,“ fügt Werkheiser hinzu. „Astronauten leben und arbeiten bereits im Weltall, rund 250 Meilen von der Erde entfernt. Diese Crew-Mitglieder tragen ihren Beitrag zu neuen Erkenntnissen, die der Menschheit zugute kommen, während auch neue Technologien, Lebenserhaltungssysteme und medizinische Innovationen getestet werden, die lange Weltraummissionen durch den Menschen ermöglichen werden.“

Zukünftig soll der Refabricator neben Kunststoff auch Metall recyceln und drucken können und mit geringer Überwachung der Crew-Mitglieder vor Ort auskommen. Bis 2020 plant die NASA ein FabLab um ein integriertes On-Demand-System für mehrere Materialen zu testen. Dieses FabLab soll es Astronauten ermöglichen eine Auswahl für ein benötigtes Teil aus einem Katalog zu treffen und es per Knopfdruck zu produzieren.

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