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5Fragen – René Gurka, CEO von BigRep im Interview

In unserer Serie 5Fragen stellen wir Kennern aus der Szene der additiven Fertigung fünf Fragen. Im ersten Interview dieser Serie freuen wir uns mit René Gurka, CEO von BigRep, unterhalten zu dürfen.

BigRep wurde 2014 in Berlin gegründet. Das Produkt des Unternehmens ist ein 3D Drucker auf FDM/FFF Basis mit einem Bauraum von 1m³. Der Name des 3D Druckers – BigRep One.

Mittlerweile gibt es die dritte Version des One und das Team von BigRep arbeitet wie wir in diesem Interview herausfinden an einem neuen 3D Drucker.

Wie bist du zum ersten Mal mit der additiven Fertigung bzw. 3D Druck in Kontakt gekommen?

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René Gurka, CEO von BigRep (c) Big Rep

René Gurka: Tatsächlich durch BigRep. Im Herbst 2013 habe ich bei Newten Ventures, einem Seed-Finanzierungsunternehmen, gearbeitet. Wir haben als erster Investor BigRep unterstützt. Die technische Expertise war sehr gut vorhanden, was fehlte war jemand für das Wirtschaftliche. Ich habe nicht lange überlegt und bin eingestiegen. Positiv überrascht bin ich bis heute über den sofortigen internationalen Erfolg von BigRep. Schon drei Monate nach der Gründung waren wir 90 Prozent international tätig. BigRep hat von Tag eins an die Kosten im Markt massiv gesenkt und ich bin davon überzeugt, dass wir es schaffen können, als „Game-Changer“ für günstige großformatige Drucke in die 3-D-Geschichte einzugehen. Schließlich müssen wir traditionelle Produktions- und Herstellungsprozesse komplett neu denken – hin zur lokalen, individualisierten und kosteneffizienteren Produktion! Prozesse, die Ingenieure und Designer über Jahre hinweg gelernt und angewendet haben, müssen komplett umgestellt werden. Mittlerweile bin übrigens so angefixt vom 3-D-Druck, dass ich meinen kompletten Weihnachtsurlaub damit verbracht habe, zuhause Spielzeug zu drucken.

In welchem Bereich/welcher Industrie siehst du für dein Produkt das größte Potential?
Unsere Wurzeln liegen im Kunst- und Designbereich, wir fokussieren uns aber immer stärker auf die Industrie. Die Nachfrage nach dem BigRep bei Industriekunden wächst sehr stark und hier liegt in meinen Augen auch das größte Potential für den großformatigen 3-D-Druck. Bei BigRep konzentrieren wir uns besonders auf die Industriebereiche Automobil, Luftfahrt und Medizintechnik. Das hat vielfältige Gründe. Die Automobilindustrie bietet beispielsweise im Bereich Prototyping einen riesigen Markt, den wir bei BigRep ideal bedienen können. Die Luftfahrt ist schon heute eine sehr 3-D-affine Industrie, da sich bionische Strukturen für den Leichtbau exzellent mit 3-D-gedruckten Produkten umsetzen lassen. Auch hier liegt deshalb großes Potential. Was die Medizintechnik angeht, so liegen die Vorteile des 3-D-Drucks in diesem Bereich klar auf der Hand: Jeder Patient ist anders und mithilfe des 3-D-Drucks lassen sich einfach und günstig individualisierte Prints herstellen.

Wie würdest du die Zusammenhänge in dem Ecosystem (Hardware, Software, Verbrauchsmaterialien,…), welches die Additiven Fertigung verbindet, beschreiben? Ist einer der Teile des Ecosystems wichtiger als ein anderer?
Nein, wir betrachten alle Teile als gleich wichtig. Hardware, Software und Materialien – ein gut gedrucktes 3-D-Objekt hängt vom Zusammenspiel genau dieser Faktoren ab. Ohne gute Vorarbeit am PC kann kein 3-D-Druck perfekt werden und auch wenn die Arbeit mit der Software stimmt: ohne gute Hardware und Materialien wird ein 3-D-Druck nie ein Erfolg.
Bei BigRep arbeiten wir daran, das perfekte Paket zu liefern, das all diese Komponenten beinhaltet. Dazu schauen wir uns auch außerhalb unseres Unternehmens immer nach guten Lösungen um. So ist beispielsweise auch unsere Partnerschaft mit Spark bzw. Autodesk zustande gekommen.

Ihr habt erst kürzlich eine neue Finanzierungsrunde abgeschlossen. Was plant ihr mit dieser Finanzierung?
Wir werden das Kapital aus der Series A-Finanzierungsrunde vor allem für die Forschung und Entwicklung unserer Produkte einsetzen. Außerdem wollen wir in unsere Internationalisierung und den Ausbau unserer globalen Marktpräsenz investieren sowie den Vertrieb weiter stärken. Wir starten 2016 jetzt bereits mit eigenen Mitarbeitern in den USA und Singapur.

Was sind die nächsten Schritte für BigRep. Gibt es schon zukünftige Projekte über die du sprechen willst?
Bild_BigRep_BigRep ONE.2 und Prints90 Prozent unserer Kunden sind international. Deshalb ist unser unmittelbares Ziel, die regionale Präsenz von BigRep in den USA und in Asien auszubauen, vor allem im Hinblick auf unsere Vertriebsstrukturen und unser stetig wachsendes Netzwerk an Vertriebspartnern vor Ort.
Aber auch auf Produktebene wird sich, wie schon erwähnt, einiges tun. Der ONE ist unser erstes Produkt. Seit seinem Launch im Jahr 2014 haben wir viel an Erfahrungen dazu gewonnen und sind jetzt bereit, unser Produktportfolio weiter auszubauen. Zu viel kann ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht verraten außer, dass BigRep 2016 mindestens einen neuen 3-D-Drucker auf den Markt bringen wird: Basierend auf dem Feedback unserer Kunden arbeiten wir an einem Modell, das den hohen Ansprüchen der Industrie gerecht wird. Gleichzeitig möchten wir unserem treuen Kundenstamm an Designern, Architekten und Künstlern weiterhin eine Basisversion des BigRep anbieten, die auf dem neuesten Stand der Technik und gleichzeitig preiswert ist.
Von Anfang an hatten wir bei BigRep die Vision, den großformatigen 3-D-Druck für jedermann erschwinglich zu machen. Wir sind 2014 als Pionier gestartet und in nur 18 Monaten zum Markt- und Technologieführer im Bereich des großformatigen, seriellen 3-D-Drucks geworden. Unser Ziel ist es, dass BigRep weltweit zum Synonym für kostengünstigen, großformatigen 3-D-Druck wird.

Mehr zu dem Unternehmen findet man in unseren News und auf der Homepage des Herstellers.

Hier geht es zu weiteren Interviews der Serie 5Fragen.

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