Home Industrie 5Fragen – Tony Tran-Mai, CEO von Indmatec im Interview

5Fragen – Tony Tran-Mai, CEO von Indmatec im Interview

Tony Tran-Mai gründete gemeinsam mit seinem Freund und Materialspezialisten Prof. Dr. Brando Okolo Indmatec in Karlsruhe. Der Hersteller ist einer der Führenden Spezialisten, wenn es um industrielle Materialien für den FFF 3D Druck geht.

Das Team wurde während der Gründungsphase um den Robotics-Spezialisten Lars Pfotzer erweitert werden. Seit dem ist Indmatec weit gekommen. Das erste Filament, eine Weltneuheit, schaffte es letztes Jahr auf den Markt. Das spezielle PEEK Filament hat seit dem die Zertifizierung für die Herstellung von medizinischen Produkten erhalten.

Schlussendlich wurde Best of Baden-Würtemberg INDMATEC als Start-Up des Jahres in Baden-Würtemberg gewählt. Keine schlechte Bilanz für so ein junges Unternehmen.

Wie bist du zum ersten Mal mit der additiven Fertigung bzw. 3D Druck in Kontakt gekommen?
Tran-Mai_portrait
Tony Tran-Mai: Das war schon im September 2013, durch meinen guten Freund und Mitgründer Prof. Dr. Brando Okolo. Wir haben uns damals über eines seiner Forschungsprojekte zum Thema 3D-Druck unterhalten, das er an seinem Lehrstuhl an der Deutschen Universität in Kairo durchgeführt hat. Wir hatten beide sofort die Idee, zusammen ein Unternehmen im 3D-Druck Bereich zu gründen, mit dem Gedanken, diesen Bereich zu revolutionieren. Im April 2014 war es dann soweit, als wir Indmatec gründeten.

In welchem Bereich/welcher Industrie siehst du für dein Produkt das größte Potential?
Das Fused Filament Fabrication Verfahren, auf welches wir uns in einzigartiger Kombination mit Hochleistungspolymeren spezialisiert haben, ist für Unternehmen jeder Größe in verschiedenen Branchen gedacht. Zum einen zur Herstellung von Kleinteilen aber natürlich auch für das Prototyping, da hier das Verfahren sehr viele Möglichkeiten bietet und gleichzeitig extrem materialeffizient arbeitet.

Als weiteres Geschäftsfeld mit sehr viel Potential sehen wir die Medizin. Wie in unserer kürzlich veröffentlichten Pressemitteilung haben wir eine Qualifizierung für medizinisch nutzbares PEEK Filament zu Herstellung von Medizinprodukten der Klasse I und IIa erreicht. Wir wollen, dass unsere Drucker und unsere Materialien im Medizinsektor für Prothesen und Zahnersatz Anwendung finden, da dies immer sehr individuelle Teile sind, bei denen sich die FFF Technologie auszahlt.

Wie würdest du die Zusammenhänge in dem Ecosystem (Hardware, SoftwareVerbrauchsmaterialien,…), welches die Additiven Fertigung verbindet, beschreiben? Ist einer der Teile des Ecosystems wichtiger als ein anderer?
Bei der additiven Fertigung gibt es sehr viele Eigenschaften die zu beachten sind. Alles muss aufeinander abgestimmt werden. Die Hardware muss natürlich reibungslos funktionieren, damit Druckaufträge in bester Qualität gewährleistet werden. Hier spielt auch die Software eine wichtige Rolle, da mit ihr alle Parameter für das verwendete Filament eingestellt werden müssen. Ohne die richtigen Einstellungen kann die Hardware und das Material noch so gut sein, am Ende zählt nur die Qualität des fertigen Druckstückes. Zudem sollte die Software möglichst einfach zu bedienen sein, damit auch Unternehmen die Technologie verwenden können, die keinen zusätzlichen Techniker einstellen möchten. Für uns zielführend sind auch die Materialien. Ohne das richtige Filament macht die additive Fertigung mit dem FFF Verfahren keinen Sinn. Hier sind wir täglich dabei, neue industrietaugliche Materialien zu finden und zu testen, ob sie für den 3D-Druck in Filamentform noch die gleichen Eigenschaften wie als Rohmaterial haben.

Ihr seid ja einer der Pioniere im Filament Bereich. Werden wir neben PEEK noch weitere Hochleistungspolymere aus eurem Haus sehen?
Nachdem wir die ersten weltweit waren, die es geschafft haben, PEEK als Filament für den 3D-Druck anzubieten, haben wir natürlich gesehen, dass hier noch viel mehr Bedarf nach anderen Hochleistungspolymeren besteht. Derzeit bieten wir auch andere Hochleistungspolymere in Filamentform für die Industrie an, z.B. PVDF und POM-C. Unsere Forschungsabteilung arbeitet jeden Tag auf Hochtouren daran, weitere Hochleistungspolymere drucktauglich für das FFF Verfahren zu machen.
Auf unser zur Herstellung von Medizinprodukten verwendbares PEEK MedTec sind wir hierbei besonders stolz, auch in dieser Richtung wird es in Zukunft noch mehr geben.

Was sind die nächsten Schritte für Indmatec. Wie geht es weiter?
Als nächstes werden wir unseren 3D-Drucker dahingehend optimieren, dass mit ihm Medizinprodukte wie Zahnkronen oder Werkzeuge gedruckt werden können. Unsere Ingenieure arbeiten bereits daran, die neue Version des Druckers so schnell wie möglich auf den Markt zu bringen. Auch sind Versionen des Druckers und des Filaments für die Herstellung von Prothesen in Planung. Wir wollen damit die Dental- und Prothesenmedizin revolutionieren.

Mehr zu dem Unternehmen findet man in unseren News und auf der Homepage des Herstellers.

Willst du wissen wie andere Experten auf diese Fragen geantwortet haben? Hier geht es zu weiteren Interviews der Serie 5Fragen.

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