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Canon Korea Business Solutions Inc. Marv 3D-Drucker Review

Marv 3D PrinterWir Mac User sind schon eine seltsame Spezies. Oft reden wir darüber wie es unserer Meinung nach besser agiert als andere Betriebssysteme, viele denken anderes darüber. Manchmal brauchen wir eine eigene Software damit Programme auch bei uns laufen. Nur wenige Hersteller leisten es sich ihre Software nicht auch für Mac zu programmieren.

Um den neuen Marv von „Canon Korea Business Solutions Inc.“ testen zu können mussten wir einen Windows PC finden. Denn der kleine Marv bearbeitet 3D Modelle nur im *.marv Dateiformat, GCode Datein werden nicht erkannt. Dieses kann nur mit der mitgelieferten Software für Windows bewerkstelligt werden. Auch die Steuerung über PC funktioniert natürlich nur über Windows.

Marv Testprint 24Deshalb konnten wir ein paar der beworbenen Funktionen, wie die Möglichkeit den Druck zu pausieren nicht testen. Da man, wenn man direkt von der SD Karte druckt darauf keinen Zugriff hat. Auch die „Auto Calibration“ Funktion ist nur über PC Steuerung möglich.

Dass waren auch schon die einzigen negativen Eindrücke des koreanischen FDM 3D Druckers!

Im SD Karten Betrieb ist der Marv nicht ganz aber fast Plug´n´Play. Die Spulenhalterung auf der linken Seite des Geräts ist über eine separate Tür zu erreichen. Das Filament, von der 500g Spule, muss über einen Schlauch eingefädelt werden. Mit einem kleinen Hebel am Extruder kann man das Filament darin einspannen. Weil auch jeder Schritt auf der beigelegten Bedienungsanleitung beschrieben ist, geht das in Betrieb nehmen sehr leicht von der Hand. Das gläserne Druckbett muss mit dem mitgelieferten Klebeband beklebt werden und dann kann schon losgehen.

Marv Testprint 1
Bluetape

Oder auch nicht! Bei den ersten Testausdrucken ist es zu Warping gekommen. Bluetape, Haarspray nichts hat wirklich geholfen. Naja, dann heißt es halt kalibrieren! Beiden leicht zu erreichenden Schrauben auf der Unterseite des Druckbetts ein bisschen gedreht und schon rutschen Extruder und Druckbett ein wenig enger zusammen. Wir hatten leider keinen Zugriff auf die „Auto Calibration“ über die Software, da wir direkt von der SD Karte gedruckt haben. Die folgenden Tests verliefen um einiges besser, wenn nicht sogar perfekt. Warping ist so gut wie nicht mehr vorgekommen und auch Ausdrucke über die komplette Fläche des 140x140mm großen Druckbetts waren kein Problem mehr.

Hardware
Die Hardware ist bestens verarbeitet. Das geschlossene und Feuerfeste Gehäuse bietet einige Vorteile, wie Sicherheit und Lärmreduktion. Die Tür an der Front des 3D Druckers kann ohne den Druckvorgang abzubrechen nicht geöffnet werden jedoch kann dieses Feature am Gerät abgedreht werden. Die Klappe auf der Oberseite des 3D Druckers bietet dieses Feature nicht. Sie kann auch während des Druckvorgangs geöffnet werden. Dies ist vor allem bei leichten Fehlern von Vorteil.

Leider wirkt das Kunststoff Gehäuse trotz der gebotenen Vorteile etwas billig. Das Innenleben hingegen kann mit dem Look&Feel von Geräten aus höheren Preisklassen leicht mithalten. Alles ist schön verarbeitet und vor allem gut durchdacht. Alles ist da wo es vermutet wird.

Die Steuerung am Gerät selbst beschränkt sich auf zwei Knöpfe. OK und ein hinunter-zeigender Pfeil. Damit kann man leicht durch wenigen Einstellmöglichkeiten navigieren. Am Gerät kann man nämlich nur wählen welche Datei man von der SD Karte drucken möchte und sich über die aktuelle Firmware informieren. Kommt man jedoch auf eine SD Karte mit vielen Dateien wird das Navigieren sehr nervig. Klickt man einmal zu schnell und damit weiter nach „unten“ muss man alle Files noch mal durchklicken. Auch ein Abbrechen des Druckvorgangs ist nicht am Gerät möglich. Hier muss man entweder die SD Karte entfernen oder den Stromschalter umlegen. Ein Knopf mehr zum Abbrechen oder zum Pausieren des Drucks wäre ein sehr hilfreiches Tool, welches zumindest wir uns wünschen würden.

marv_filamentFilament
Beim Filament werden sich die Geister scheiden. Dieses ist als PVA in 500g Spulen erhältlich und kommt in 16 verschiedenen Farben. Das PVA ist übrigens laut Hersteller viel unempfindlicher gegenüber Hitze wie herkömmliches PLA. Das hitzeunempfindliche PLA soll laut Homepage des Herstellers erst bei rund 75°C weich werden.

Die Spulen sind, da ja „nur“ 500g, etwas schmäler wie gewohnt und passen so genau in die Halterung auf der linken Seite des Marv. Hier wird die Seitentür einfach geöffnet, das Filament auf der Tür befestigt und das Filament in den Bowden geführt. Eine größere Rolle hat jedoch nicht Platz im inneren des Marv. Damit und mit den fehlenden Einsstellungsmöglichkeiten softwareseitig werden Dritthersteller ausgesperrt. Für jemanden der sich nicht mit verschiedenen Materialien und Schmelzpunkten beschäftigen möchte, genau das Richtige!

Ausdrucke
Wie immer haben wir den zu testenden 3D Drucker einigen Stresstests unterzogen. Dabei sind die Stresstests von Make zum Einsatz gekommen und natürlich unser Liebling, der Thinking Trooper von dem User Critters.

Die Haftung zwischen den einzelnen Schichten ist bei den Ausdrucken sehr gut. Leider lässt die Software nicht mehr als zwischen zwei Geschwindigkeiten unterscheiden. Ich würde die normale Geschwindigkeit der Schnellen nicht unbedingt vorziehen. So lange keine Überhänge oder feine Spitzen bei dem Model vorkommen ist nicht immer so viel Unterschied zu erkennen. Aber macht euch selber ein Bild davon:

Fazit
Der Marv von Canon Korea Business Solutions Inc. ist für rund 850€ ein leistbarer Einsteiger 3D Drucker ohne viel Herumbastelei. Es kann PLA verarbeitet werden und das nur mit sehr wenig Einstellmöglichkeiten. Dafür sind die so produzierten Modelle verlässlich einsetzbar. Bei einer direkten Steuerung über PC sind sicher einige Spielereien, wie das Wechseln der Farbe während des Drucks und das Pausieren des Ganzen. Außerdem geht der kleine 3D Drucker nach getaner Arbeit in einen Ruhemodus währenddessen fast kein Strom verbraucht wird. Ein sehr praktisches Feature auch für den Arbeitsplatz.

Danke an den Händler 3D Printhub, der uns das Testgerät so kurzfristig zur Verfügung stellen konnte!

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