5Fragen – Vitus Zeller, Geschäftsführer von Zmart Part im Interview

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Unsere Interview Serie 5Fragen führt und dieses mal zu Vitus Zeller, der Geschäftsführende Gesellschafter von ZmartPart. ZmartPart ist ein Dienstleister in Rosenheim, welcher lokalen Unternehmen beratend zur Seite steht.

Zmart PartVitus Zeller war vor der Gründung von ZmartPart bereits in fünf Ländern ansässig, um dort zu studieren und arbeiten. Nach diesen lehrreichen internationalen Ausritten gründete Zeller mit Markus Krapfl ZmartPart in Rosenheim.

Von der optimierten Konstruktion für die additive Fertigung und integrierte Produktentwicklung bis hin zur Wahl der richtigen 3D Druck Technologie deckt Zmart Part jegliches Know How ab.

Wie bist du zum ersten Mal mit der additiven Fertigung bzw. 3D Druck in Kontakt gekommen?
Zeller Vitus IMG_7374fert04Vitus Zeller: Gelesen hatte ich von dem Thema schon öfter, aber so richtig damit in Kontakt gekommen bin ich erst als ich 2011 mit meinem jetzigen Geschäftspartner Markus Krapfl mit großen Erwartungen zur Euromold nach Frankfurt gefahren bin um danach mit Euphorie und Unternehmerlust wieder nach Hause zu fahren.

In welchem Bereich/welcher Industrie siehst du für dein Produkt das größte Potential?
Auf eine spezielle Industrie würde ich das weniger beschränken. Überall wo es u.a. um kleine Stückzahlen, um individualisierte Produkte oder um komplexe Formen geht, die kaum oder nur durch Umwege herstellbar sind, hält die Technologie große Rationalisierungspotenziale bereit. Da wir von ZmartPart in der Umsetzung und Anwendung Additiver Technologien beraten und je nach Wunsch des Kunden auch das Engineering für „Additive“ Bauteile sowie den Einkauf übernehmen, arbeiten wir branchenübergreifend.
Unsere Kunden sollten uns bereits im Prozess der Produktentwicklung und Konstruktion hinzuziehen, weil wir hier den größten Einfluss auf Innovationsmöglichkeiten und Produktionskosten haben.

Wie würdest du die Zusammenhänge in dem Ecosystem (Hardware, Software, Verbrauchsmaterialien,…), welches die Additiven Fertigung verbindet, beschreiben? Ist einer der Teile des Ecosystems wichtiger als ein anderer?
Stand heute ist die Hardware seiner Zeit weit hinterher. Bislang konnte kein ordentliches Marktgeschehen aufgrund bestehender Patente in Schlüsseltechnologien entstehen. Die wichtigen Hersteller haben ihre Anlagen mangels Wettbewerb in den letzten 20 Jahren nicht fundamental weiterentwickelt. Das schadet dem Wachstum des gesamten Marktes und führt meiner Ansicht nach dazu, dass Softwarefirmen erst seit kurzem dieses Thema so richtig ins Visier nehmen. Folglich hinkt auch das Thema Software am Markt den Anforderungen hinterher. Es ist also kein Wunder, dass der Automatisierungsgrad Additiver Fertigungstechnologien noch erschreckend niedrig ist. Die Verbrauchsmaterialien spielen hier eher eine untergeordnete Rolle, wobei auch hier eine bessere Wettbewerbssituation und die Einführung von Standards dem Markt gut tun würde.

Wo siehst du den Stand der Aufklärung der Kunden? Hat sich über die letzten Jahre eine Änderung in der Qualität der Anfragen abgezeichnet?
Die Qualität der Anfragen hat sich bei uns im Hause schon verbessert, was wohl primär auf zielgerichtetes Marketing, PR und Vertrieb zurückzuführen ist. Ich meine schon zu bemerken, dass eine Sensibilisierung bzgl. der Stärken und Schwächen der Technologie zunimmt. Aufklärung ist jedoch nach wie vor ein riesengroßes Thema und würde einer schnelleren Verbreitung der Technologie dienen.

Was sind die nächsten Schritte für ZmartPart. Wie geht es für Dienstleister in der Szene weiter?
Die vorhin angesprochene mangelnde Aufklärung und das bestehende Halbwissen über Additive Fertigungstechnologien ist ein großer Hemmschuh, da sich ein Großteil der mittelständischen Unternehmen damit kaum auseinander setzt.
Wir bei ZmartPart helfen unseren Kunden die Potenziale der Technologie optimal zu nutzen und das speziell auf deren Produkte und Anforderungen zugeschnitten. Seit kurzem bieten wir Schulungen für Unternehmen und Konstrukteure auch im Hause des Kunden an und werden das nach einer gelungenen Startphase auch weiter forcieren.

Mehr von Vitus Zeller gibt es bei der 2. Fachkonferenz: 3D-Druck – Additive Fertigung in der Automobilindustrie Mitte April in Ettlingen,

Mehr zu dem Unternehmen findet man in unseren News und auf der Homepage des Dienstleisters.

Willst du wissen wie andere Experten auf diese Fragen geantwortet haben? Hier geht es zu weiteren Interviews der Serie 5Fragen.

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