Forscher verwenden 3D-Druck um das Great Barrier Reef zu retten

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Forscher an der Universität von Sydney verwenden 3D-Druck, um „Korallenprothesen“ zu schaffen. Diese künstlichen Strukturen, könnten die zerstörte Abschnitte des Great Barrier Reefs unterstützen.

Das Great Barrier Reef ist ein gigantisches Korallenriffsystem mit einer Vielzahl von verschiedenen Tiergattungen, die sich ihren Lebensraum teilen. Es liegt im nordöstlichen Ozean bei Australien und ist die weltweit größte Struktur, die von lebenden Organismen hergestellt wird – es erstreckt sich über 1.400 Meilen und ist sogar aus dem Weltraum sichtbar. Leider ist das Barrier Reef doch bedroht wie nie zuvor. Durch die Auswirkungen des Klimawandels, steigende Wassertemperaturen, verschmutzungsbedingte Versäuerung und Stürme ist das Phänomen der Korallenbleiche aufgetreten. Korallenbleiche ist der Verlust von mikroskopischen Algen mit denen die Nesseltiere in Symbiose leben, dies führt zu ihrem Absterben.

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Korallenbleiche (Foto: AFP)

Um das Korallensterben zu bekämpfen hatten Dr. Renate Ferrari und Associate Professor Will Figueira von der University of Sydney eine revolutionäre Idee. Mithilfe von 3D-Druck, gelang es den Forschern den Zustand des Riffs zu beurteilen und „Korallen-Prothesen“ zu entwerfen, die das sterbende Naturphänomen retten könnten. Dr. Ferrari und Figueira haben den „Ecological 3D Modeling Hub“ entworfen, eine virtuelle 3D Karte, die zur Überwachung und Messung des Great Barrier Reefs genutzt werden kann und identifiziert, wo Umweltveränderungen die größten,  negativen Auswirkungen haben. Bei dieser Technik werden Bilder mit Hilfe von Photogrammetrie 3D-Scanning Techniken aufgenommen. Die Genauigkeit ist dabei sehr hoch, was es den Forschern ermöglicht, wichtige Erhaltungsarbeiten durchzuführen.

Eine dieser Arbeiten umfasst die Herstellung von künstlichen, 3D-gedruckten Korallen, die als Lebensraum für Korallen-schützende Fische dienen könnten und gleichzeitig eine Struktur für die Nesseltiere bereitstellen, damit sie wachsen können. Dr. Ferrari´s und Figueira´s Forschung ist mit der Verwendung von 3D-Scanning und 3D-Mapping-Technologien einzigartig.

„Man stellt genau die gleiche Struktur her, die ein tatsächliches, natürliches Riff bietet, weil wir die Modelle von den Riffen bekommen haben, bevor sie gebleicht sind. (…) Korallenriffe gibt es schon seit Hunderten und Hunderten von Jahren. Wegen der Konnektivität des Great Barrier Reefs wird diese Art von Ansatz immer noch funktionieren. Sie setzen die Riffe nach unten und die Korallenlarven kommen aus anderen Teilen des Riffs. „, sagte Dr. Ferrari.

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Great Barrier Reef früher (Foto: Getty Images)

Dr.Ferrari und Figueira planen ihr Projekt zu vergrößern, sie schätzen dass sie dafür rund 150 000 AUG (umgerechnet ungefähr 100 000€) benötigen werden. Die Forscher glauben, dass das Great Barrier Reef noch zu retten sein könnte, solange sich die Regierungsorganisationen der Welt auf das Aufhalten des Klimawandels konzentrieren.

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