Forscherteam 3D-druckt CT-basierte Komponenten zum Schutz von Hautkrebs-Patienten

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Ein spanisches Forscherteam entwickelte eine neue Methode, um die gesunde Haut von Hautkrebs-Patienten während einer Strahlentherapie zu schützen. Dies soll durch 3D-gedruckte, benutzerdefinierte Komponenten, basierend auf den Gesichts-Scan des Patienten, möglich gemacht werden.

3D-Druck ist aus der Medizin-Branche kaum mehr wegzudenken. Egal ob 3D-Modelle zur Verbesserung der chirurgischen Ausbildung, 3D-gedruckte Prothesen und Orthesen oder auch neue Behandlungsmethoden – 3D-Druck ist mit im Spiel. Nun entwickelte auch ein spanisches Forscherteam, mit Sitz an der Rovira i Virgili Universität, dem IISPV Institut sowie dem Sant Joan de Reus Krankenhaus, eine Schutzmaßnahme für Hautkrebs-Patienten, welche sich einer Strahlentherapie unterziehen müssen.

Strahlentherapie ist zwar in sehr vielen Fällen hilfreich, um den Krebs zu besiegen, jedoch für gesundes Gewebe pures Gift. Denn um Hautkrebs zu behandeln, wird der Tumor in direkten Kontakt mit radioaktivem Material gebracht, was für umliegende und gesunde Haut, sofern diese nicht vorhin bedeckt wurde, sehr schädlich ist.

Momentan wird dieser umliegende Schutz in einem manuellen Herstellungsverfahren unter Verwendung einer Form und eines speziellen Alginatmaterials fabriziert. Dies ist stellt für Patienten jedoch einen zusätzlichen Stressfaktor dar, da diese Substanz knappe 24 Stunden auf dem Gesicht des Patienten bleiben muss.

Diesem Problem nahm sich das spanische Forscherteam an, indem es 3D-Technologien in dieses Verfahren miteinbezog. Statt einer aufwendigen und unangenehmen Substanz auf dem Gesicht, wird nun ein CT-Scan des Patienten gemacht, welcher in weiterer Folge digital umgewandelt und in ein virtuelles 3D-Modell verwandelt wird. Je nachdem, an welcher Stelle der Patient betroffen ist, kann dann ein Stück dieses Modells 3D-gedruckt werden.

Diese neue Methode verkürzt nicht nur die Herstellungszeit von 24 auf nur sieben Stunden, weiters sind die Endergebnisse wesentlich genauer und detaillierter. Hierdurch können die Schutzkomponenten besser angepasst und die Strahlentherapie viel genauer durchgeführt werden.

Mit großem Erfolg wurde diese Methode auch schon einigen Tests unterzogen. Diese Tests wurden anhand einer Nase eines Patienten durchgeführt, da diese Stelle zu einer der unregelmäßigsten zählt und somit die größte Herausforderung darstellt. Nachdem diese Tests erfolgreich waren, wird es ein leichtes Unterfangen, dies auch an beliebigen anderen Körperstellen anzuwenden.

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Momentan experimentieren Radiophysiker im Hospital Sant Joan de Reus noch, welches Material sich am besten für diese Zwecke eignet. Momentan wird hauptsächlich mit PLAFilament experimentiert, wobei diverse andere Materialtests folgen sollen.
Trotz der Ungewissheit bezüglich des Materials hat sich der Einsatz dieser Technologie schon gelohnt, da diese nicht nur Zeit sparen, sondern in der Herstellung wesentlich kostengünstiger als vergleichbare Formverfahren sind.

Sobald das passende Material gefunden wurde, soll diese Methode Einzug in diversen Krankenhäuser finden.