Home Forschung & Bildung Forscher nutzen 3D-gedruckte Nester, um die Hummelpopulation in Großbritannien zu stärken

Forscher nutzen 3D-gedruckte Nester, um die Hummelpopulation in Großbritannien zu stärken

In dem Bemühen, mehr über das Verhalten von Hummeln zu erfahren, haben Forscher der Universität Lancaster mithilfe des 3D-Drucks ein neuartiges, mit einer Webcam ausgestattetes Nest entwickelt.

Das Nest mit dem Namen „Bee Box“ wurde von dem Umweltwissenschaftler Dr. Philip Donkersley und der Ingenieurin Jenny Roberts, CEng, entwickelt. Das Design wurde von handelsüblichen Vogelkästen inspiriert und bietet eine Möglichkeit, mehr über das Verhalten der Insekten zu erfahren, ohne die bestehenden natürlichen Nester zu stören.

Man hofft, dass das Team durch die Aufstellung mehrerer dieser Nester an verschiedenen Orten besser verstehen kann, wie und warum Hummeln ihre Nistplätze wählen. Außerdem sollen die 3D-gedruckten Nester dazu beitragen, die ständig schwindende Hummelpopulation in Großbritannien zu stärken. Die Forscher haben nun vom Engineering and Physical Sciences Research Council (EPSRC) Impact Acceleration Account Mittel für die Herstellung von 100 dieser Nester erhalten und wollen sie schließlich an die Allgemeinheit verkaufen.

Hummelschutz und die Bee Box

Hummeln sind ein äußerst wichtiger Bestandteil des Ökosystems, da sie zu den wertvollsten Bestäubern der Natur gehören. Leider sind die meisten Hummelarten aufgrund einer Kombination aus extremen Wetterbedingungen, dem Verlust von Lebensraum und dem zunehmenden Einsatz von Pestiziden im Rückgang begriffen. Inzwischen gibt es eine ganze Reihe von Medienkampagnen, die sich dem Schutz der Hummeln widmen, um das Bewusstsein für das Thema zu schärfen und das Problem zu bekämpfen. Viele dieser Initiativen helfen, indem sie Wildblumen pflanzen, von denen sich die Tiere ernähren, aber es scheint immer noch ein deutlicher Mangel an der Schaffung von Lebensräumen zu bestehen.

Die Bee Box wird in einer Kombination aus 3D-Druck und Guss hergestellt und besteht aus recyceltem Kunststoff. Sie ist ein lichtdichter, kuppelförmiger Hohlraum mit einem schmalen Rohr als Eingang, genau wie ein normales Nest. Es kann unter der Erde vergraben werden und ist robust genug, um den Witterungsbedingungen zu trotzen und auch neugierigen Säugetieren wie Kühen standzuhalten. Nach Angaben des Teams sind die Geräte bereits sehr beliebt bei Hummelköniginnen, die einen sicheren Platz für ihr Nest suchen.

Im Inneren befinden sich ein integrierter Raspberry Pi-Computer, eine Infrarotbeleuchtung und ein Kameramodul für Beobachtungszwecke. Die Forscher erhoffen sich von ihrer Erfindung Erkenntnisse für Umweltwissenschaftler, Naturschützer und Gärtner. Sie stehen auch in Kontakt mit Schädlingsbekämpfungsunternehmen, um an neuen „Umsiedlungsdiensten“ zu arbeiten.

Bumblebee Nest Live Stream (Lancaster University)

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David ist Redakteur bei 3Druck.com.