Ist 3D-gedruckter Käse genießbar?

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Diese Frage hat sich ein Forscherteam des University College Cork in Irland gestellt und eine Reihe von Experimenten durchgeführt, um herauszufinden ob 3D-Druck die Konsistenz und Zusammensetzung von Käse verändert.

Für die Studie „Effect of 3D printing on the structure and textural properties of processed cheese“, die im Journal of Food Engineering veröffentlich wurde, haben die Wissenschaftler herkömmlichen Schmelzkäse aus dem Supermarkt mit einem umgebauten 3D-Drucker verarbeitet. Dabei wurde der Käse sowohl bei schneller als auch langsamer Geschwindigkeit in zylindrischer Form gedruckt. Nach einer Kühlphase von 30 Minuten wurden die 3D-gedruckten Käseformen für 24 Stunden im Kühlschrank gelagert, bevor ihre Textur und chemische Struktur genauer unter die Lupe genommen worden ist.

Die Ergebnisse

Die Resultate zeigten, dass 3D-gedruckter Käse weicher ist und eine dunklere Farbe im Vergleich zu herkömmlichen Käse aufweist – sowohl im festen als auch im geschmolzenen Zustand. Weiters war er einfacher wieder zu schmelzen, was vermutlich auf das bereits geschwächte Netzwerk der Proteine zurückzuführen ist. Dadurch, dass die Öle während des Druckprozesses an die Oberfläche gelangten, war der gedruckte Käse auch weniger klebrig.

Die Druckgeschwindigkeit hat kaum einen Effekt auf den Käse, außer dass sich die Farbe leicht änderte. Der langsam gedruckte Käse wies einen gelblicheren Farbton auf, während das schnellere Verfahren einen leicht bläulichen Ton hervorbrachte. In folgender Darstellung wird a) frischer mit b) geschmolzenem sowie c) langsam und d) schnell gedrucktem Käse verglichen. Bei den roten Punkten handelt es sich um Fettkügelchen und die grünen Formen sind Proteine.

Sollte man sich also von vornherein mit verarbeitetem Käse zufrieden geben, ist dieser auch aus dem 3D-Drucker unbedenklich zu verzehren.