Montan-universität Leoben forscht an „gesunder Tinte“, auch für 3D-Drucker

145

Am neuen Christian-Doppler-Labor der Montanuniversität Leoben in der Steiermark, Österreich forscht man an neuen bioverträglichen Alternativen zu herkömmlichen Druckmaterialien.

Aktuellen Ink-Jet-Tinten der herkömmlichen 2D-Drucker sind oftmals mit gesundheitsschädlichen Stoffen wie  sogenannte „Acrylat/Methacrylat Monomere und niedermolekulare Photoinitiatoren, die über die Atemwege und die Haut in den Körper gelangen und dort Reizungen hervorrufen können“ belastet, erklären die Leiter des neuen Labors.

In der Industrie häufig verwendete UV-Druckverfahren führen so oftmals zu keiner vollständigen Aufnahme der Tinte im Trägermaterial, weshalb Stoffe bei bedruckten Lebensmittelverpackungen in die Lebensmittel eindringen können was gesundheitstechnisch bedenklich ist. Solche unerwünschte chemische Reaktionen werden nun vom Department für Kunststofftechnik untersucht, um möglicherweise in Zukunft mithilfe von funktionalisierten Nanopartikeln und wasserbasierten Polymerdispersionen UV-reaktive Verfahren die ohne die irritierenden Prozesschemikalien auskommen auch im biologischen und medizinischen Bereich einsetzen zu können.

Eine solche biokompatible Tinte könnte zukünftig auch für den 3D-Druck vor allem im medizinischen Bereich Anwendung finden.

Auch die Firma Objet forscht laufend an der Herstellung von biokompatiblen Materialien für 3D-Drucker. Mit dem kürzlich vorgestellten Material MED610 wurde beispielsweise eine Biokompatibilität mit Hautkontakt von bis zu 30 Tagen und mit Schleimhaut-Kontakt von bis zu 24 Stunden erreicht. Damit eignet sich das Material schon heute für  Zahnimplantats-Modelle die im Mund direkt angepasst werden können.

Links: