Home Forschung & Bildung UVic-Forscher 3D-drucken Orthesen für Kinder in Entwicklungsländern

UVic-Forscher 3D-drucken Orthesen für Kinder in Entwicklungsländern

Forscher der University of Victoria (UVic), Kanada, 3D-drucken orthetische Hilfsgeräte für Kinder im Alter zwischen null und acht Jahren, welche von Skoliose sowie Klumpfüßen betroffen sind. Diese Orthesen sollen speziell Kindern in Entwicklungsländern bereitgestellt werden.

Alleine im vergangenen Jahr erreichten uns oft Nachrichten über Hilfsprojekte in Verbindung mit 3D-Technologien für Entwicklungsländer. Erst kürzlich berichteten wir über 3D-gedruckte Milchpumpen für Mütter aus Entwicklungsregionen, oder auch über den 3D-Druck von günstigen Wasseraufbereitungs-Anlagen.

Nun startete auch ein Forscherteam der University of Victoria (UVic) in Kanada eine solche Initiative. In diesem Projekt werden Skoliose-Klammern sowie Korrekturgeräte für Klumpfüße, speziell für Kinder in Entwicklungsländern, 3D-gedruckt. Krankheiten wie diese kommen aufgrund der günstigen Behandlungsmethoden in Kanada weit weniger häufig vor als in Entwicklungsregionen.

„In westlichen Ländern ist es relativ selten, einen Erwachsenen mit einem Klumpfuß zu sehen … Aber wenn man in die Entwicklungsländer geht, ist es nicht ungewöhnlich, Erwachsene mit um 90 Grad nach außen gedrehten Füßen zu sehen“, berichtet UVic-Mitglied Nick Dechev.

Dechev’s Team versuchte mit Hilfe eines 3D-Druckers und Plastikfilaments ein effektives Behandlungsgerät für etwa 50 US-Dollar zusammenzustellen. Unter diesen Orthesen befinden sich beispielsweise Fußplattformen und – streben zur Behandlung von Klumpfüßen bei Säuglingen und Kleinkindern. Weiters werden Orthesen zur Behandlung von Skoliose, eine Krümmung der Wirbelsäule, für Kinder im Alter zwischen sechs und acht Jahren 3D-gedruckt. Starten wird dieses Projekt mit der Bereitstellung der Geräte für Kinder in Nepal.

Erst kürzlich wurde das UVic-Team mit einem $ CA100.000-Startkapital für diese Initiative ausgezeichnet. Dieser Zuschuss ist Teil des Grand Challenges Canada-Programms der Bundesregierung, welches vergangene Woche insgesamt drei Millionen Dollar an Auszeichnungen vergab. Seit dem Start dieses Programms im Jahr 2010 wurden insgesamt 470 verschiedene Projekte und Ideen gefördert.

Diese Orthesen-Initiative ist zugleich ein Forschungsstipendium der University of Victoria. Im Rahmen dieses Stipendiums wird die neue Technologie an 12 Kindern, welche von Skoliose betroffen sind, und 24 Fällen von Klumpfuß getestet. Hierbei werden die betroffenen Kinder natürlich von Ärzten über einen Zeitraum von 2 bis 3 Jahren behandelt und überwacht.

„Es ist nicht nur über die Mauer zu den Menschen geworfen“, sagte Dechev. „Es gibt einen Prozess von zwei bis drei Jahren Follow-up, um sicherzustellen, dass alles gut läuft“, erklärt Dachev.

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