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Meltingplot – Real Size 3D-Druck

Einführung:

3D drucken ist heute in aller Munde. Schon heute gibt es eine Vielzahl von Anbietern am Markt und die Zahlen prognostizieren, dass der Markt für additive Fertigung auch in den nächsten Jahren weiterhin stark wachsen wird.

Eine dieser Firmen heißt Meltingplot und „Real Size 3d printing“ ist ihr Slogan.

Wie die Jungs aus dem Norden auf die Idee kamen ein weiteres Unternehmen zu gründen, dass 3D Drucker baut, wer sie sind, wo sie herkommen und was ihre Stärken sind hat Florian, einer der beiden Gründer von Meltingplot uns im Interview erzählt.

 

Hallo Florian, dann erzähl mal, wie kommt man auf die Idee in Deutschland ein Unternehmen zu gründen das 3D Drucker baut?

Moin! Das ist eine spannende Frage und im Prinzip auch schon in gewisser Weise ein Teil der Antwort. Es gibt viele Unternehmen die 3D Drucker produzieren, aber nur sehr wenige in Deutschland.

Und dann bauen wir ja auch einen 3D Drucker mit einem relativ großem Bauraum, im Vergleich zu den meisten Geräten am Markt.

 

Was heißt den relativ großer Bauraum? Und generell erzähl uns doch mal kurz etwas über euren Drucker.

 

Relativ groß heißt ein Bauvolumen von ca. 133.000 cm3 oder in anderen Worten 835x405x395 mm in X/Y/Z. Das schöne ist, dass seine gesamt Abmaße nur 1135x825x900 mm betragen. Das war Tim bei der Entwicklung des ersten Prototyps damals besonders wichtig, ein effizientes Verhältnis von Bauraum zu Gesamtdimension.

Der Drucker ist mit einem wassergekühlten directdrive Extruder ausgestattet und wir haben ein für uns in Deutschland gefertigtes durchgängiges Heizbett was auf bis zu 120 grad Celsius erhitzt werden kann. Somit können wir problemlos alle gängigen Filamente verdrucken. Für unsere eigenen Filamente stellen wir optimierte Druckparameter für den PrusaSlicer zur Verfügung, aber das System ist offen und kann mit jedem Filament mit 2,85mm Durchmesser und jedem gängigen Slicer am Markt genutzt werden. Die Maschinensteuerung verwendet G-Code zur Steuerung und Einstellung sämtlicher Parameter wie konventionelle industrielle CNC Bearbeitungszentren.

In Z kann das Gerät eine Auflösung von 0.05 – 0.8mm darstellen, je nachdem mit welcher Düse gedruckt wird.

Es gibt eine Autobedlevel Funktion und einen Filament Sensor. Das Gerät kann über das Netz von jedem Internetfähigen Gerät bedient werden.

Für die extra Sicherheit kann man seine Druckerzeugnisse über die integrierte Kamera aus der Ferne beobachten, den Stromverbrauch überwachen und den Drucker nach Fertigstellung auch über das Netz ausschalten.

 

Spannend, aber bevor wir noch weiter auf den Drucker eingehen, erzähl uns doch mal kurz wie ihr euch kennen gelernt habt.

 

Gern. Kennengelernt haben wir uns relativ genau vor einem Jahr im Fablab.SH. Das Fablab ist eine offene Werkstatt mit digitalen Fertigungsgeräten, die ich vor ein paar Jahren mit Volker Breust im Rahmen von Opencampus aufgebaut haben.

Die Covid-Pandemie hatte gerade Fahrt aufgenommen und wir haben mit dem Verein im Fablab „FaceShields“ (Schutzvisiere) für alle Unternehmen in der Umgebung, die Bedarf hatten, gebaut. Dabei hatten wir Schwierigkeiten der hohen Nachfrage gerecht zu werden und eines Tages stand Tim in der Tür mit einem riesen Karton voll mit Visieren. Er hatte gehört, dass wir Bedarf hatten und wollte helfen. Als ich ihn fragte wie lange er für die ganzen Masken gebraucht hatte überraschte mich seine Antwort und er lud mich in seine Werkstatt ein. Naja und wie sagt man Sprichwörtlich so gern: Da war das Kind dann auch in den Brunnen gefallen.

 

Ok, aber das macht mich jetzt neugierig. Wie kam es denn von diesem Treffen zu eurem Drucker ?

Wie gerade schon kurz angerissen, Tim hat bereits eine Firma und somit auch eine Werkstatt. Für eine neue Geschäftsidee auf der Suche nach einem 3D Drucker mit großem Bauraum hat ihn das Angebot auf dem Markt jedoch nicht überzeugt. So hat er angefangen einen eigenen Drucker zu entwickeln. Als wir uns kennengelernt haben war der erste Prototyp fertig – mit dem hatte er die vielen Masken in so kurzer Zeit drucken können.

Wir haben uns lange unterhalten. Meine Erfahrungen in diesem Bereich deckten sich ziemlich mit seinen und wir waren uns einig, dass es für so eine Art von Gerät mit diesem Bauraum und dem richtigen Service einen Markt geben sollte. Der Entschluss eine Firma zu gründen kam schnell und von da ging es dann auch schon mit Vollgas los. Wir hatten einen super Prototyp, aber bis zu einem marktfähigen Gerät mit CE und einer Produktion war noch viel zu tun.

 

Das klingt nach viel Arbeit. Erzähl uns doch noch einmal kurz ein wenig über euren Hintergrund.

Wir sind beide Ingenieure. Während Tim ursprünglich aus der Automobilbranche kommt und danach seine erste Firma gegründet hat, die Diagnosegeräte für diese Brache baut, habe ich nach meinem Studium das Fablab gegründet und bin dann für ein paar Jahre als leitender Entwicklungsingenieur in die Windkraft. An sich interessiert uns der 3D Druck aber beide schon seit vielen Jahren. Bei mir fing das schon im Studium an. In meinem Hiwi-Job habe ich bereits 3D Drucker zusammengebaut und diese für den Lehrstuhl betrieben.

Auch in meiner Zeit in der Windkraftindustrie konnte ich nie ganz meine Finger davonlassen, was dazu geführt hat, dass ich mich als Berater und Application Engineer für Additive Fertigungssysteme selbständig gemacht habe. Zusammen mit dem Händler Kay Grube, dem Norddeutschen 3D Druck Händler aus Neumünster haben wir deutschlandweit Unternehmen zu dem Thema beraten, geschult und mit Geräten ausgestattet.

 

Und was sind eure Erfahrungen, bzw. was wollt ihr anders machen als die anderen?

Meine Erfahrungen aus dem Bereich deckten sich mit denen von Tim. Es gibt keine bezahlbaren Drucker mit großem Bauraum die den deutschen Anforderungen an Sicherheit und Qualität genügen. Es gibt gute Geräte am Markt, auch von deutschen Herstellern, jedoch sind diese sehr teuer.

Auch das Thema Fortbildung, Weiterbildung und Service wollen wir in den Vordergrund stellen.

Bei uns kann man nicht nur 3D Drucker kaufen, bei uns bekommt man auch den gesamten 3D Druck Service.

 

Geh doch bitte noch einmal kurz auf euer Thema Service ein. Was genau wollt ihr da machen?

Zum einen liefern wir unsere Geräte selber aus und es gibt eine Einführungsschulung inklusive. Wir bieten zukünftig aber auch weiterführende Schulungen zu den Themen rund um die Additive Fertigung an. Dafür haben wir gerade extra ein Schulungsraum direkt in Kiel angemietet, den wir nun ausstatten werden, um zeitnah damit starten zu können.

Und dann gibt es ja immer dieses Thema Zeit in den Entwicklungsabteilungen. Zeit ist leider immer absolute Mangelware. Große Drucke dauern aber auch heute noch verhältnismäßig lange. Und das Risiko eines Fehldruckes bei großen Druckerzeugnissen kostet nicht nur Zeit, sondern auch Geld im Sinne von Filament und Maschinenstunden.

Diese Druckzeit und den Erfolg eines Druckobjektes kann man mit Wissen und Aufwand im Slicer deutlich minimieren. Das bieten wir unseren Kunden als Dienstleistung mit an. Bei Bedarf planen und entwickeln wir Druckjobs, so dass die Kunden diese nur noch bei sich auf dem Drucker starten können.

 

Wir sind gespannt. Gibt es euch denn schon am Markt?

Der Vorverkauf hat bereits gestartet und wir liefern ab März aus.

 

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