Home Industrie Erste Zertifizierungsrichtlinie für 3D-Druck in Schifffahrt, Öl- und Gasindustrie

Erste Zertifizierungsrichtlinie für 3D-Druck in Schifffahrt, Öl- und Gasindustrie

DNV GL, eine internationale Klassifikationsgesellschaft mit Sitz in Norwegen, hat die erste Richtlinie zur Klassifizierung von Additiver Fertigung in der Schifffahrt sowie der Öl- und Gasindustrie veröffentlicht. 

Mit der Richtlinien sollen Hersteller und Zulieferer von Materialien, Teilen und Komponenten, als auch Dienstleistungserbringer und Endverbraucher eine Hilfestellung zur Integration von 3D-Drucktechnologien in ihrem Betrieb erhalten. Diese stellen sicher, dass Komponenten die additiv gefertigt wurden, sowie die dazu verwendeten Materialien, die gleichen Qualitätsstandards wie jene traditioneller Fertigungsverfahren aufweisen.

“Wir haben das Potential von 3D-Druck in der Schifffahrt sowie dem Öl- und Gassektor seit 2014 genauer unter die Lupe genommen,” sagt Marit Norheim von DNV GL Maritime. “Mit Einführung der Einstufungsleitlinie DNVGL-CG-0197 ist DNV GL nun bereit unsere Kunden und Branchenbeteiligte zu zertifizieren und unterstützen, damit diese Vorteile aus dieser sich schnell entwickelnden Technologie ziehen können. Endnutzer haben dadurch das Vertrauen in ein Produkt und Lieferanten können ihre Technologie und Produkte zur Anwendung in Schiffen und Offshore-Anlagen anbieten.”

Eines der bedeutendsten Verfahren für die Schiffsindustrie ist der Metall-3D-Druck. Bislang hat man schon eine Reihe von Komponenten mit diesem Prozess hergestellt, darunter Stiftschrauben, Lagerschalen, Wärmetauscheinheiten und Propeller, wie der WAAMpeller des RAMLAB vom Hafen in Rotterdam.

“Additive Fertigung bedeutet, dass Produkte und Komponenten entsprechend den lokalen Bedürfnissen oder sogar an Bord von Schiffen sowie direkt auf Offshore-Anlagen gedruckte werden können,” fügt Knut Ørbeck-Nilssen, CEO von DNV GL Maritime hinzu. “Dies führt zu geringerer Durchlaufzeit, niedrigeren Kosten, weniger Arbeitsaufwand, weniger Logistik und eliminiert die Ersatzteillagerung. Additive Fertigung kann zudem für die Wartung und Reparatur verwendet werden, indem Schichten auf abgenützte Bauteile gedruckt werden. Somit müssen diese nicht ersetzt werden.”

Mit der neuen Richtlinie gibt DNV GL eine klare Leitlinie für Zertifizierung in der Additiven Fertigung vor und hat Prozesse für jeden Faktor, der sich auf das gedruckte fertige Teil auswirkt, definiert – vom verwendeten Material über die Qualifizierung von Vorgängen und Technologien, dem Datentransfer bis hin zum eigentlichen 3D-Druck und der Nachbearbeitung.

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