Russisches Institut Skolkovo eröffnet Additive Manufacturing Laboratory

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Skolkovo, ein in Russland ansässiges Institut für Wissenschaft und Technologie (auch Skoltech genannt), eröffnete kürzlich ein hochmodernes, neues Additive Manufacturing Laboratory (AM Lab). Diese Anlage beherbergt diverse 3D-Drucktechnologien wie unter anderem Metall-, Keramik- und polymerbasierte Systeme.

Das russische AM Lab wurde als Teil des Skoltech-Zentrums für Design, Herstellung und Materialien (CDMM) gebaut und wurde vergangene Woche eröffnet. Weiters wurde das neue 3D-Druck-Labor mit einer groß angelegten Eröffnungszeremonie mit über hundert Gästen der russischen sowie internationalen 3D-Druckindustrie eingeweiht.

Der Hauptgrund für die Eröffnung war laut Fardad Azarmi, einem Professor für Maschinenbau an der North Dakota State University sowie Hauptverantwortlicher für den Bau des AM Labs, die Förderung von additiven Technologien in Russland sowie dem Ausland.

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Russlands größter Metall-3D-Drucker: Insstek MX-1000 / ©Skoltech

Zum momentanen Zeitpunkt beherbergt Skoltech’s neuestes Labor diverse 3D-Drucktechnologien wie Russlands größten Metall-3D-Drucker mit Anwendungen in der Luftfahrt-, Automobil- und Medizinindustrie: den Insstek MX 1000. Weiters umfasst das Inventar den Trumpf TruPrint 1000 3D-Metalldrucker, welcher sich durch hohe Genauigkeit sowie Effizienz bewiesen hat, den SLA-basierten Keramik-3D-Drucker 3DCeram’s Ceramaker 900 sowie den hauptsächlich für Prototyping genutzten Plastic Projet 3D-Drucker.

„Insbesondere die Metall- und Keramik-3D-Drucker sind einzigartig und sehr gefragt, und ich bin mir sicher, dass sie in der Industrie Interesse wecken werden“, kommentiert Azarmi.

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CDMM Direktor Iskander Akhatov mit dem Ceramaker 900 / © Skoltech

Zwar fand die Eröffnung den AM Labs erst am vergangenen Dienstag statt, jedoch plant Skoltech jetzt schon die nächsten Schritte in Richtung Ausbau. Dies soll durch Kooperationen mit dem Schweizer Technologieunternehmen Oerlikon sowie der Technischen Universität München (TUM), welche beide ein unverbindliches Kooperationsabkommen unterzeichnet haben, geschehen. Im Rahmen dieser Kooperation wird Oerlikon das AM Lab voraussichtlich im nächsten Jahr mit eigenen 3D-Druckgeräten unterstützten.

Neben dem allgemeinen Interesse, die russische sowie internationale 3D-Druckindustrie zu stärken, will Skoltech hauptsächlich Innovationen in den Bereichen Engineering und Fertigung unterstützen und fördern.

„Ich denke, dass es heute an Grundlagenforschung mangelt; Forscher auf diesem Gebiet machen oft nur einfaches Engineering“, erklärt CDMM- Direktor Iskander Akhatov und fügt hinzu: „Unser Ziel ist es, die Möglichkeiten dieser Technologien umfassend zu erforschen, um die richtige Anwendung dieser Technologien und die richtigen Regime und Methodologien ihrer Verwendung zu verstehen.“

Wie wir sehen, ist Russlands neuestes AM Lab nun mit den modernsten 3D-Drucktechnologien ausgestattet. Trotz dessen reicht dies alleine nicht, um Innovationen hervorzubringen. Aus diesem Grunde wurde ein erfahrenes und sachkundiges Team für das Labor zusammengestellt.

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3D-gedrucktes Metall aus dem Insstek MX-1000 / ©Skoltech

„Es kann leicht sein, die Bedeutung der Menschen, die in einem Labor arbeiten, zu unterschätzen und sich stattdessen auf die Ausrüstung zu konzentrieren“, erklärte Florian Mauerer, Senior Vice President und Leiter der additiven Fertigung bei Oerlikon.“Aber im Gespräch mit den Leuten im AM Lab war klar, dass dies eine sehr starke Gruppe ist. Sie waren sehr sachkundig und auch sehr leidenschaftlich. Meiner Meinung nach ist das wichtiger als nur gute Maschinen „, fügt er hinzu.

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