Home Industrie 62 % der Unternehmen aus dem produzierenden Bereich haben 3D-Drucker

62 % der Unternehmen aus dem produzierenden Bereich haben 3D-Drucker

3D-Druck etabliert sich in den letzten Jahren immer mehr zu einem Standard bei Unternehmen. reichelt elektronik hat in Zusammenarbeit mit OnePoll eine Umfrage bezüglich 3D-Druck durchgeführt.

Befragt wurden im Juni 2020 branchenübergreifend 1680 europäische Mitarbeiter und Manager aus den Bereichen Design, Entwicklung, Produktion und Technik, die an technischen Entscheidungen maßgeblich beteiligt sind – darunter 500 aus Deutschland. Die Unternehmen stammen aus dem produzierenden Bereich, der Logistik, der Pharma-Branche, dem Energie-Sektor sowie der IT und Entwicklung.
3D-Druck wird zum Standard besonders für Einzelteile

Zunächst zeigt sich, dass 3D-Druck zu einem technischen Standard für Unternehmen geworden ist. 70 Prozent der befragten Unternehmen nutzen 3D-Druck, 62 Prozent verfügen über unternehmenseigene Geräte dafür direkt am Arbeitsplatz. Der meistgenannte Anwendungsbereich für den 3D-Druck ist die Fertigung von Anschauungsmodellen. 84 Prozent der Umfrageteilnehmer gaben an, dass ihr Unternehmen 3D-Druck für Anwendungen dieser Art nutzen. Die große Mehrheit von 66 Prozent ist mit der 3D-Druck-Nutzung zu diesem Zweck zufrieden.

Ebenfalls sehr beliebt ist die Entwicklung von Prototypen. Hierfür setzen 82 Prozent der befragten Unternehmen 3D-Druck ein. 71 Prozent sind mit den Möglichkeiten in diesem Bereich zufrieden.

Zur Anfertigung von Ersatzteilen wird das Fertigungsverfahren von 79 Prozent der Betriebe eingesetzt, mit 59 Prozent, die an diesen Prozessen nichts zu bemängeln haben. Andererseits sind 20 Prozent der Befragten mit 3D-gedruckten Ersatzteilen noch nicht zufrieden. Das wirft die Frage auf, wo bei der 3D-Druck-Technik noch Entwicklungsbedarf besteht.

Die meist verwendeten Filamente

Die meisten Unternehmen (81%) drucken mit Filamenten aus Kunststoff wie etwa ABS, PLA oder PETG. Zusätzlich sind auch Verbundstoffe (49%) bereits weit verbreitet. Die Möglichkeit, Metalle als Material zu nutzen, ist meist kostenaufwendiger, doch auch dieses Verfahren ist bei 38 Prozent der befragten Unternehmen im Einsatz.

Weniger bekannte Möglichkeiten wie das Drucken mit Materialien wie Keramik, Wachs, Kunstharz oder Papier werden von 32 Prozent eingesetzt. Zement wird derzeit nur von acht Prozent der Unternehmen als Ausgangsmaterial verwendet.

Filamente, mit denen Unternehmen in Zukunft gerne drucken würden, sind zum Beispiel Silikon (FQM), Holz oder holzähnliche Stoffe, Textilien und Glas, Feuerfestrohstoffe, Carbon, Wirk- und Hilfsstoffe für Tabletten, Gummi und Lebensmittel. Der Wunsch nach einer größeren Materialauswahl deutet darauf hin, dass das Potenzial des 3D-Drucks noch lange nicht ausgeschöpft ist und Unternehmen in Zukunft ihre Produkte auf Kundenwunsch und individuell mit neuen Rohstoffen fertigen werden.

Potenzial besteht noch bei Geschwindigkeit und Präzision

Befragt nach den Schwierigkeiten, mit denen sich Unternehmen beim Umgang mit 3D-Druck konfrontiert sehen, gaben 29 Prozent an, dass die Erstellung der 3D-Drucke zu viel Zeit in Anspruch nimmt. Ebenfalls 29 Prozent bemängelten außerdem die Qualität der Erzeugnisse als nicht zufriedenstellend. Das Gleiche gilt für Schwierigkeiten, die benötigten Formen zu bilden aufgrund von Hohlräumen oder Begrenzungen in der Größe.

Diese Mängel deuten darauf hin, dass die zugrunde liegende Computertechnik und die Anwendungsoptionen der 3D-Druck-Geräte noch Entwicklungsbedarf aufweisen. Fehler und Ungenauigkeiten können aber auch andere Ursachen haben. So kann es zum Beispiel sein, dass ein Nutzer eventuell einen nicht passenden Drucker oder nicht zweckmäßiges Material einsetzt. Zudem können Fehler bei der Konstruktion im Computer, bei der Bedienung des Druckers oder der Software entstehen. Je weiter die Technologie fortschreitet und je größer das Knowhow bei den Nutzern wird, umso besser können diese Fehlerquellen vermieden werden.

Mehrheit sieht großes Zukunftspotenzial – auch als Weg aus der Krise

Beachtliche 86 Prozent der befragten Unternehmen planen, mehr in 3D-Druck zu investieren und die Anwendung dessen in ihrem Unternehmen auszuweiten. 43 Prozent gaben an, dies als direkte Folge der Corona-Krise zu planen. Viele sehen also in diesem Verfahren durch mögliche Kosteneinsparungen oder Angebotserweiterungen die Chance, durch die Corona-Krise verursachte Geschäftseinbußen zu kompensieren. Zwar ist das zunächst mit Ausgaben zur Anschaffung der Geräte verbunden, doch durch die resultierenden Ersparnisse ist die Profitabilität dieser Investition hoch.

Generell wird die Herstellung im eigenen Unternehmen von 76 Prozent der Befragten als sinnvoll erachtet, um Verzögerungen in der Lieferkette zu überbrücken.

Dies wird untermauert durch Angaben zu den positiven Auswirkungen des Einsatzes von 3D-Druck auf die Wirtschaftlichkeit der befragten Unternehmen. 56 Prozent der Unternehmen, die mit dem Verfahren arbeiten, konnten dadurch ihre Produktivität steigern, 52 Prozent konnten Kosten einsparen. Über die Hälfte von ihnen (51%) konnte außerdem ihr Produktsortiment erweitern, während 41 Prozent berichten, dass sie mithilfe von 3D-Druck-Technik neue Geschäftsfelder erschließen konnten.

Diese Angaben wecken große Erwartungen hinsichtlich des Zukunftspotenzials von 3D-Druck-Verfahren, die durch weitere Umfragewerte bestätigt werden: 35 Prozent der teilnehmenden Unternehmen planen die Einführung eigener Herstellung durch beispielsweise 3D-Druck in den kommenden zwölf Monaten. Darüber hinaus sind sich 55 Prozent sicher, dass der 3D-Druck in den nächsten ein bis zwei Jahren einen höheren Stellenwert in der Lieferkette einnehmen wird. Es wird also spannend zu beobachten, wie sich die technischen Möglichkeiten und die Verbreitung von 3D-Druck entwickeln – und ob sich die großen Erwartungen hinsichtlich dieser Technik bestätigen. Momentan deutet dieser Umfrage zufolge Einiges darauf hin.

Artikel basiert auf eine Pressemeldung von reichelt elektronik

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