Home Industrie UpNano 3D druckt ISO-Prüfkörper mit Sub-Mikrometer-Auflösung

UpNano 3D druckt ISO-Prüfkörper mit Sub-Mikrometer-Auflösung

Weltweit ist es nun erstmals gelungen, cm-große Prüfkörper für Materialspezifikationen nach ISO-Standards mittels einer 3D-Drucktechnologie herzustellen, die auch eine Auflösung von 200 Nanometern erlaubt. Hinter dem Erfolg steht das Unternehmen UpNano GmbH aus Wien mit der 2-Photonen Polymerisation (2PP) Technologie.

So können nun Prüfkörper in der für ISO-Tests notwendigen Größe und Form hergestellt werden. Dieser Fortschritt ist auch Ergebnis der langjährigen Zusammenarbeit des Unternehmens mit der Technischen Universität Wien (TU Wien). Bislang galt es für 2PP 3D-Drucker, die eine Auflösung im Nanometerbereich haben, als unmöglich, Bauteile drucken zu können, die so groß sind, dass sie für ISO-Standardtests verwendet werden können. Die patentgeschützte „Adaptive Auflösungstechnologie“ der UpNano macht dieses nun in Verbindung mit einem leistungsstarken Laser möglich – und damit die Herstellung von Nano- und Mikrobauteilen für Industrie und Hochschulen mit Materialien, die nach ISO-Standards spezifiziert sind.

Hochauflösender 3D-Druck erlaubt es Bauteile herzustellen, die kleiner und präziser sind als dies mit irgendeinem anderen traditionellen Herstellungsverfahren möglich ist. Je bekannter allerdings das Potenzial dieser Technologie wird, desto mehr benötigen Industrie und Forschungseinrichtungen weltweit verlässliche Informationen zur Qualität der Vielzahl an unterschiedlichen Materialien, die für verschiedene Anwendungen verwendet werden. An solche Informationen zu gelangen, erweist sich allerdings oft als schwierig, weil die meisten Standardverfahren zur Materialspezifikation Prüfkörper erfordern, die wesentlich größer sind als es mit 2-Photonen Polymerisation (2PP) gezeigt wurde. Doch jetzt gelang es der UpNano GmbH, mit ihrem NanoOne-Drucksystem – das eine Auflösung im Nanometerbereich ermöglicht – Testkörper in der erforderlichen cm-Größe herzustellen.

“Dank unserer geschützten „Adaptiven Auflösungstechnologie” passt sich die Größe des Laserfokuspunkts an die erforderliche Geometrie des Bauteils und an die Auflösung an. Dies ermöglicht es den Anwendern eines NanoOne-Druckers, je nach Bedarf Probekörper mit 100 nm-Details oder auch in cm-Größe herzustellen“, erklärt Peter Gruber, Leiter Technologie und Mitbegründer der UpNano. „Wir haben nun die letztere Fähigkeit unseres Systems genützt, um Biegefestigkeits-Probekörper mit 2 cm Länge und Zugsfestigkeits-Probekörper mit 3,5 cm Länge zu drucken.“

Unter Verwendung des universell einsetzbaren Photopolymers UpPhoto konnte UpNano 30 Biegefestigkeits-Probekörper, mit unterschiedlichen Querschnitten, als Kleinserie auf einem einzigen Probenhalter in weniger als 10 Stunden herstellen und 12 Zugfestigkeits-Probekörper in einem Druckprozess mit einer standardisierten Geometrie in weniger als 9 Stunden drucken. Mit dieser Geschwindigkeit ist das NanoOne-System das schnellste derzeit auf dem Markt verfügbare hochauflösende 3D-Drucksystem. Überdies wird diese Anzahl an Prüfkörpern serielle Testungen mit statistisch soliden Ergebnissen und so die Materialprüfung nach ISO-Standards möglich machen.

„Der Mangel an standardisierten Materialien ist ein ernsthaftes Hindernis beim Einsatz hochleistungsfähigen 3D-Drucks für industrielle Anwendungen. Dezentralisierte Produktionsprozesse der weltweiten Industrie sowie Gewährleistungsrechte basieren auf Standards und Normen. Wenn das eigene Material oder Gerät in dieses ausgefeilte System nicht hineinpasst, dann mag es zwar für Prototypen geeignet sein, aber nicht für die serielle Produktion,“, betont Bernhard Küenburg, Geschäftsführer der UpNano, die Wichtigkeit des Innovationsfortschritts, den das Unternehmen erzielt hat.

Mit lebenden Zellen drucken

Die technischen Fähigkeiten des NanoOne-Systems sind für die Anforderungen der technischen Industrie geeignet, bedienen aber überdies auch jene von Forschungseinrichtungen. Erst kürzlich verkaufte UpNano ein Drucksystem an die Medizinische Universität Wien. Hier wird das System für verschiedene Forschungszwecke eingesetzt. Der Einsatz des sogenannten UpBio Photopolymers ermöglicht es, mit dem NanoOne-Drucksystem auch filigrane Strukturen, die in der biomedizinischen Forschung als Gerüste, Membranen oder Mikrokanäle benötigt werden, herzustellen. Dieses spezielle Photopolymer ermöglicht den 2PP 3D-Druck von eingebetteten, lebenden Zellen und ist somit für die biomedizinische Forschung ideal geeignet.

Durch die gleichwertige Berücksichtigung der Bedürfnisse von Industrie und Forschung treibt die UpNano Möglichkeiten und technische Fähigkeiten kontinuierlich weiter voran. Eine fokussierte in-house Forschung in Kooperation mit der TU Wien und ein offenes Ohr für die Bedürfnisse der Industrie werden die Position der UpNano als Innovationsführer am Markt weiter stärken.

Der Artikel basiert auf eine Pressemeldung von UpNano

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