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„3D-Druck und alles wird gut“ funktioniert nicht

Die additive Fertigung eröffnet spannende Chancen und Möglichkeiten. Aber nicht alles Bisherige ist schlecht und 3D-Druck ist auch keine Universallösung für alles. Dr. Armin Wiedenegger, Manager Divisonal Strategy & Business Development Additive Manufacturing im voestalpine Additive Manufacturing Center in Düsseldorf spricht über seine Sicht der Entwicklung.

Was hat sich durch den Einsatz des 3D-Druckes in Ihrem Unternehmen verändert?

Dr. Armin Wiedenegger: „Viele eingefahrene Strukturen wurden aufgebrochen und bisher geltende Geschäftsmodelle überdacht und geprüft. Dabei hat sich gezeigt, dass nicht alles bisher schlecht gewesen ist und ‚Mit 3D-Druck wird alles gut‘ funktioniert auch nicht. Technologie alleine ist nicht die Lösung für alles. Die richtigen Anwendungen und Geschäftsmodelle müssen gefunden werden. Das wird im Hype, der gerade um 3D-Druck herrscht, gerne vergessen.

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Welche Innovationen erwarten Sie durch den Einsatz von 3D-Druck in den kommenden 5 Jahren?

Dr. Armin Wiedenegger:
 „Maßgebliche Änderungen wird es im Bereich Design geben. Zum Beispiel wird sich das Design von Bauteilen immer mehr in Richtung bionisches Design und komplexe Hohl-/Gitterstrukturen entwickeln – weg vom Vollmaterial hin zum Leichtbau. Für den B2C-Markt erwarte ich eine Welle der Massen-Individualisierung – also zunehmend individuelle Produkte für jedermann.

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Worin liegen die Wettbewerbsvorteile für das Unternehmen durch den Einsatz von 3D-Druck?

Dr. Armin Wiedenegger:
 „Ganz besonders im ganzheitlichen Angebot. Bei uns ist die ganze Wertschöpfungskette ‚in-house‘. Dadurch ist die voestalpine in der Lage, ihren Kunden maßgeschneiderte Produkte anzubieten. So können das Design, das Pulver, die Fertigung und die Nacharbeit optimal auf einander abgestimmt werden. Zudem besitzen wir im Werkzeugbau ein unglaubliches Marktwissen – in Kombination mit unserer 3D-Druck-Expertise erlaubt uns das, einzigartige Lösungen anzubieten.

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Wie lauten Ihrer Einschätzung nach die größten zukünftigen Herausforderungen im Umgang mit 3D-Druck?

Dr. Armin Wiedenegger: 
„Technologisch betrachtet muss die Baugeschwindigkeit steigen bzw. die Kosten fallen, damit sich die Technologie flächendeckend durchsetzt. Zudem gilt es die Prozesssicherheit und die Reproduzierbarkeit weiter zu erhöhen. Ganz besonders wichtig ist es jedenfalls, gut qualifizierte Mitarbeiter zu finden bzw. selbst oder mit Partnern auszubilden – das ist absolut erfolgsentscheidend.“

Der Red Bull Ring wird am 11. und 12. April 2018 zu dem Treffpunkt für additive Fertigung. Top-Experten aus den Unternehmen Airbus, Red Bull Racing, voestalpine, Trumpf, EOS und Festo berichten beim Camp „redesign3D.tech“ über Innovationen, Trends und zukünftige Herausforderungen rund um den 3D-Druck. Dr. Armin Wiedenegger wird als Key-Note-Speaker die Möglichkeiten und Chancen additiver Fertigungsverfahren in den Fokus rücken. Zudem zeigen Big Player aus verschiedenen Branchen in vier attraktiven Praxis-Workshops, welchen Mehrwert 3D-Druck eröffnen kann. Die Teilnehmerzahl bei der redesign3D.tech ist aufgrund des Workshop-Charakters limitiert – Anmeldungen sind noch möglich: www.redesign3D-tech.at

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