Künstler 3D-druckt Bäume aus Papier um Beziehung zwischen Mensch und Natur zu veranschaulichen

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Der Künstler Jack Elliott, Professor an der Cornell University in den USA, hat einen Tasmanischen Blaugummibaum gescannt um ihn aus Papier am 3D-Drucker zu reproduzieren. Das Projekt soll die Beziehung zwischen Mensch und Natur in den Fokus rücken.

In den Wäldern Tasmaniens wachsen einige der höchsten Laubbäume der Welt, wie der Blaue Eukalyptus, auch Tasmanischer Blaugummibaum genannt. Die Abholzung der Wälder durch die Forstindustrie ist ein problematisches Thema auf der Insel südlich von Australien. In seiner Zeit als Residenzkünstler an der Universität von Tasmanien kam Jack Elliott die Idee zu einem etwas ungewöhnlichen Projekt. Sein Plan ist es den Prozess Bäume für die Papierproduktion abzuholzen umzukehren und stattdessen einen Baum mittels 3D-Scantechnologie digital zu erfassen und später am Papier-3D-Drucker zu reproduzieren.

Bei dem für das Projekt verwendeten Baum handelt es sich um einen Blaugummibaum am Universitätskampus, der aus Sicherheitsgründen gefällt werden musste. Damit Elliott ihn für sein Projekt scannen konnte, wurde vorerst nur der obere Teil entfernt. Den zurückgebliebenen Stamm musste der Künstler nun mühevoll bearbeiten, indem er die Rinde entfernte. Danach wurde der Stumpf mittels 3D-Scanner montiert auf iPads digital erfasst, um ein 3D-Modell zu generieren.

„Die Idee ist es Leute über die Beziehung zwischen Mensch und Natur zu unterrichten,“ sagt Elliott. „Bäume sind dabei eine gute Metapher für einige Probleme, angefangen von invasiven Arten bis hin zu globaler Erwärmung und Populationsökologie.“

Bild: Rick Eaves

In Bezug auf die Herstellung von Papier aus den weltweit größten Bäumen fügt er hinzu:

„Die majestätischsten Bäume der Welt dazu benutzen um etwas mit so geringem Wert herzustellen ist schmerzhaft für mich und wahrscheinlich auch für viele andere Menschen.“

Für den 3D-Druck des Modells in einem kleineren Format wird ein Papier-3D-Drucker des irischen Herstellers Mcor verwendet. Dieser schneidet und klebt einzelne Papierblätter so zusammen, dass ein dreidimensionales Objekt entsteht. Auch wenn die 3D-gedruckten Bäume nicht größer als 30 cm sein werden, geht es hier um den symbolischen Charakter des Projekts.

„Victus Acernus“ Skulptur eines Ahornbaums von Jack Elliott an der Cornell University, Bild: Jack Elliott

Bevor Elliott Tasmanien wieder verlässt möchte er auch noch das Wurzelsystem des gefällten Baums in ein Kunstwerk verwandeln.

„Ich arbeite daran die Schönheit der Natur zu offenbaren, anstatt ihr meinen eigenen Willen aufzuzwingen,“ fügt er abschließend hinzu.