Ocean’s 8 und der Hype um 3D-Druck in Hollywood

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In Deutschland startet am 21. Juni 2018 in den Kinos Ocean’s 8, ein Spin-Off mit weiblicher Besetzung des US-amerikanischen Heist-Films Ocean’s Eleven. Neben Stars wie Sandra Bullock, Cate Blanchett oder Anne Hathaway spielt auch ein 3D-Drucker eine kleine Rolle.

Die Handlung des Films dreht sich um den Diebstahl einer wertvollen Halskette von Cartier. Diese soll bei einer Gala entwendet werden. Im Rahmen des Plans wird die Kette gescannt und mit Hilfe eines 3D-Druckers ein Duplikat hergestellt.

Technische Machbarkeit

Diese Szene löste unter den Zusehern eine kleine Debatte um die technische Machbarkeit aus. Zwar wurden in den letzten Jahren große Fortschritte bei der Anwendung des 3D-Drucks erzielt, aber die Darstellung in Ocean’s 8 ist nicht korrekt. So wird die Halskette im Film mit einem 3D-Scanner, der in einer Brille versteckt ist, digitalisiert. Das 3D-Modell wird danach an einen MakerBot Replicator Z18 geschickt, welcher ein Duplikat ausdruckt.

Beides funktioniert so nicht, denn ein brauchbarer Scan müsste mit einem spezialisierten 3D-Scanner und in einem ruhigeren Umfeld durchgeführt werden. Die Diamanten der Halskette werden im Film mit Zirconium gefälscht. Der 3D-Drucker von MakerBot arbeitet in der Realität jedoch „nur“ mit Kunststoffen. Einen 3D-Drucker, der Zirconium verarbeitet, gibt es derzeit nicht.

Realität ist aber auch, dass schon jetzt der 3D-Druck von Schmuck möglich ist. So gibt es etliche 3D-Druck-Anbieter, die individuellen Schmuck aus diversen Materialien fertigen. Ebenfalls gibt es auch leistungsfähige Scanner, die Halsketten wie sie im Film gezeigt wurden, digitalisieren können. Zusätzlich hat erst vor zwei Jahren der US-amerikanische Rüstungs- und Technologiekonzern Lockheed Martin ein Patent für einen Diamenten-3D-Drucker eingereicht.

Realität vs. Hollywood

Wie so oft übertreibt Holywood bei der Darstellung der technischen Möglichkeiten. Waren es in den 80ern und 90ern noch unrealistische Manöver, die über einen Computer durchgeführt wurden, werden diese heute auf 3D-Drucker und ähnlichen High-Tech-Geräten vollbracht. Ob das für die öffentliche Darstellung von 3D-Drucker zielführend ist, ist fraglich, denn immerhin werden hier zu hohe Erwartungen geweckt, welche technisch derzeit nicht erfüllbar sind.

Es gibt aber auch andere Beispiele aus Hollywood, die ein realistischeres Bild von der additiven Fertigung zeigen. So wurde in einer Episode der Serie „Elementary“ eine Waffe mit einem 3D-Drucker erzeugt. Bei der Story der Episode wurde auf die Geschichte der 3D-gedruckten Waffe „The Liberator“ zurückgegriffen.

Auch die Ärzteserie „Grey’s Anatomy“ arbeitete in einer Folge mit einem 3D-Drucker. Hierbei arbeiteten die Macher der Serie mit dem 3D-Drucker-Hersteller 3D Systems zusammen.

Trailer von Ocean’s 8

OCEAN'S 8 Trailer 2 German Deutsch (2018)

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