Chirurgen planen Implantate die während der OP 3D-gedruckt werden

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In Australien wird aktuell an einer neuen Anwendung für 3D-Druck geforscht: Implantate die während Eingriffen direkt 3D-gedruckt und anschließend transplantiert werden. Im Speziellen könnte diese Technik bei der Behandlung von Krebs große Vorteile für Patienten bringen.

In einer 5-jährigen Zusammenarbeit wird in Australien erforscht ob es Vorteile bringt, Implantate während chirurgischen Eingriffen direkt additiv herzustellen. An dem Projekt beteiligt ist der Staat Australien, RMIT University in Melbourne, University of Technology Sydney, St Vincent’s Hospital Melbourne und Stryker (Unternehmen das Medizintechnik herstellt). Das Projekt wird treffend mit „Just-in-Time Implants“ bezeichnet.

Die Idee hinter den 3D-gedruckten Implantaten ist einfach: Während dem Eingriff werden 3D-Scans angefertigt (zB: mittels CT) und darauf basierend kann zerstörtes Knochmaterial mittels 3D-gedruckten Implantaten ausgebessert oder wiederhergestellt werden. Davon könnten vor allem Krebspatienten profitieren, angegriffene Knochenteile könnten im selben Eingriff entfernt und neu aufgebaut werden.

By combining specialized imaging techniques, 3D printing and the accuracy of robotic assisted surgery, we are aiming to deliver a personalized implant in time for the surgeon to remove the cancer and repair the patient’s bone in the one operation

Mit konventionellen Verfahren dauert die Herstellung eines solchen Implantats etwa 6 Wochen. Danach muss der Patient ein zweites Mal operiert werden. Die Wartezeit bringt auch Nachteile mit sich: Narbengewebe kann sich bilden und der Sitz der neu angefertigten Prothese kann nicht mehr sichergestellt werden.

Mit dem neuen Verfahren könnte das Problem übergangen werden. Zudem wird kein zweiter Eingriff notwendig, was hilft Kosten zu reduzieren und auch für die Patienten zahlreiche Vorteile mit sich bringt.