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Medizinische Instrumente günstig und einfach 3D-drucken

Das “Glia Free Medical Hardware” Projekt hat verschiedene medizinische Instrumente und Werkzeuge entwickelt, die man einfach mit Hilfe eines 3D-Druckers und einfachen Mitteln selber herstellen kann. Dabei entstand unter anderem ein Tourniquet, ein Stethoskop und ein Pulsoxi-Messgerät. 

Das Projekt wird derzeit aktiv von Tarek Loubani vorangetrieben, ein gewisse Bekanntheit konnte das Projekt durch das 3D-gedruckte Stethoskop erhalten, welches insgesamt unter 3$ pro Stück kosten soll.

Das Stethoskop ist ein wichtiges Instrument für Ärztinnen und Ärzte, Pflegepersonal oder den Rettungsdienst. Es wird verwendet um Atemgeräusche zu bestimmen oder um das Herz abzuhören. Dabei ist es wichtig, dass die Frequenzen klar und laut genug übertragen werden.

Eines der beliebtesten Stethoskope ist das Littmann Cardiology III, welches für rund 150€ erhältlich ist. Für einen Vergleichstest wurde dann das besagte sehr gute Littmann Stethoskop herangezogen und dabei gab es eine große Überraschung: Das selbst gebaute, 3D-gedruckte, Stethoskop war für den gesamten notwendigen Frequenzbereich entweder besser oder gleich gut wie das Littmann Stethoskop.

Neben dem Stethoskop wurde noch ein so genanntes tourniquet entwickelt, dabei handelt es sich um ein medizinisches Gerät welches starke Blutungen durch Abbinden zum Stillstand bringen soll. Entwickelt wurde das Tourniquet von der US-Army hat sich aber dank der einfachen und effizienten Handhabung immer weiter durchgesetzt und wird heute auch schon im Rettungsdienst eingesetzt.

Das dritte aktuelle Projekt von Glia ist ein Pulsoximeter, das ist ein Messgerät welches den Puls und den Sauerstoffgehalt von Patienten bestimmen kann. Das Pulsoximeter ist derzeit noch in intensiver Entwicklung, soll am Ende aber für unter 25$ produzierbar sein.

Außerdem sollen noch weitere Projekte folgen, so zum Beispiel ein EKG. Ein EKG kann die Herzaktivitäten messen und aufzeichnen und ist ein unerlässliches Werkzeug in der modernen Medizin geworden. Doch ein EKG-Gerät kostet meist sehr viel und kann daher in vielen Schwellen- oder Entwicklungsländer nicht flächendeckend bereitgestellt werden, hier möchte Glia mit dem Projekt helfen.

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