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Micro-Fabriken für individuelle Prothesen

Lyman Connor ist ein Ingenieur bei GE, in seiner Freizeit hat er sich der Entwicklung und Produktion von kostengünstigen Prothesen gewidmet.

Nach einem Fahrradunfall, der fast tödlich endete, im Jahr 2013 traf Lyman im Aufzug des Krankenhauses einen Patienten, Sean O´Connor, mit dem er über Handprothesen ins Gespräch kam. Die enormen Kosten von über 70.000$ pro Prothese brachten ihn auf die Idee eine eigene wesentlicher günstigere Prothese zu entwickeln.

Lyman Connor über sein Treffen mit Sean O´Connor:

“I said, ‘Hey, things can’t be that bad. Take a look at my face,’ because my face was still pretty messed up at the time. Right away the boy just raised his hand and said ‘At least you were born with your whole hand,’ and his mother immediately replied ‘If we had $50,000, we’d get you one.’ I didn’t know what to say.”

Ende 2016 wurde die erste über die Jahre verfeinerte Version der Prothese an Sean O´Connor geliefert, der sichtlich glücklich mit der neuen Hand:

Handsmith: Changing an Industry, and Lives, with 3D Printed Prosthetics

In der anfänglichen Entwicklungsphase wählte Lyman bald SLA als Technologie um die Teile der Prothesen zu produzieren und arbeitete mit einem Dienstleister. Trotz der eigentlich schnellen Produktion der Teile musste Lyman bis zu zwei Wochen auf die Prototypen warten. Deshalb entschied er sich einen günstigen Desktop SLA 3D Drucker von Formlabs anzuschaffen.

“Eduardo came into the project to modify and perfect all the cosmetics for the hand and to help me get the hand to a level to where it was going to be production ready,”

Damit können er und Eduardo Salcedo, ein Forscher im Bereich mechanisches Ingenieurwesen an der Indiana University-Purdue University Indianapolis (IUPUI), geänderte Prototypen über Nacht herstellen. Eduardo zerlegt die Prototypen von Lyman digital und erstellte daraus modulare Bauteile, die auf verschiedene Patienten angepasst werden können. Da Eduardo ebenfalls zu dem selben Modell von 3D Drucker Zugang hatte, war die Entfernung zwischen den Beiden kein Problem. Sie konnten die Prototypen miteinander vergleichen, obwohl Kilometer zwischen ihnen lagen.

Eduardo Salcedo:

“If a part is ever damaged during use, we can go back and just reprint a piece of that specific hand. Or in the future, if we make improvements, we can easily swap pieces out and not need to redesign everything again,”

Nachdem die erste Prothese erfolgreich bei dem ersten Patienten angekommen ist will Lyman dieses Jahr vom Prototypenbau auf Produktion umrüsten. Dazu soll der Formlabs Form 2 durch weitere Geräte erweitert werden. So entsteht eine kleine Fabrik, die einfach erweitert werden kann. Bis zu 30 individuelle Prothesen sollen so in 2017 hergestellt werden. Die Warteliste ist bereits länger als die geplante Jahresproduktion.

“One of the most exciting aspects of this project is where I am at right now. I initially set out to help one person, and now I’ve realized that I can impact the lives of thousands of people.”

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