ÖBB testet den 3D-Druck von Ersatzteilen

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2007 gründete die Österreichische Bundesbahn (ÖBB) die Arbeitsgruppe Digi@ttack, welche sich selbst als das Kompetenzzentrum für digitale Innovationen innerhalb des Konzerns sieht.

Die ÖBB will sich zukunftsfit machen und technisch am Laufenden bleiben. Durch die Initiative sollen neue Technologien getestet und auf ihre Tauglichkeit geprüft werden. Dadurch will der Konzern die digitale Wende für sich nutzen. So sollen durch Vernetzung und Datenanalyse die Dienstleistungen der Bahn verbessert und ausgebaut werden. Sei es in der Logistik für die Spedition oder für den Bahnreisenden. Auch eine Automatisierung in vielen Bereichen des Konzerns wird derzeit angedacht.

In der Eigenbeschreibung der Abteilung fallen auch Buzzwords wie AI, Blockchain oder Big Data, aber ein Blick auf die derzeitigen Leistungen zeigt, dass es jetzt schon kleine Erfolge bei Digitalisierung gibt.

Während die Tests der Mixed-Reality-Brille HoloLens noch in den Kinderschuhen stecken, ist die ÖBB beim Einsatz von 3D-Druck schon weiter.

Digi@ttack in der Praxis

Die additive Fertigung kann beispielsweise bei der Instandhaltung von Zügen eingesetzt werden. Bei der Bahn sind teilweise Geräte und Maschinen mehrere Jahrzehnte im Einsatz. Bei der Wartung werden dadurch oft Ersatzteile von Produkten benötigt, welche nicht mehr hergestellt werden. Ebenfalls kann es vorkommen, dass der ursprüngliche Produzent des Produkts gar nicht mehr existiert.

In diesem Fall muss die ÖBB Restbestände der Ersatzteile teuer aufkaufen oder die Geräte komplett ersetzen. 3D-Druck kann diese Lücke schließen. In Pilotprojekten konnten Mitarbeiter des „Technischen Services“ der ÖBB mit 3D-Druck fehlende Bauteile erfolgreich herstellen, die auch im operativen Betrieb eingesetzt werden konnten.

Derzeit prüft die ÖBB die Möglichkeit einen eigenen Bereich für 3D-Druck innerhalb des Konzerns aufzubauen.

Die ÖBB könnte in diesem Bereich den gleichen Weg wie die Deutsche Bahn gehen, die schon 2015 mit der Initiative „Mobility goes Additive“ eine Zusammenarbeit mit mehreren Unternehmen aus der 3D-Druck-Branche geschlossen hat um die Möglichkeiten dieser Technik zu nutzen.

Deutsche Bahn setzt seit 2015 auf 3D-Druck

Schon jetzt stellt die Deutsche Bahn viele Ersatzteile mit Hilfe der additiven Fertigung her. Dieser Bereich soll noch weiter ausgebaut werden. Laut eigener Schätzung werden Ende 2018 schon 15.000 Ersatzteile der Deutschen Bahn mit dem 3D-Drucker hergestellt worden sein.

Die Produktion von Ersatzteilen, die nur noch schwer erhältlich sind, kann schlussendlich nicht nur dafür sorgen, dass Kosten beim Ankauf gesenkt werden, sondern auch, dass die Reperaturdauer reduziert wird.

Zudem untersucht der Transport- und Logistikdienstleister DB Schenker derzeit intensiv, wie 3D-Drucker in großen Materiallagern eingesetzt werden können. Um Lagerbestände zu reduzieren sollen Ersatzteile für Kunden vor Ort gedruckt werden.

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