Sammelklage gegen Stratasys Tochter MakerBot eingereicht – Update: Freispruch von Betrugsvorwürfen

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Anfang Juli reichten Stratasys Aktionäre eine Sammelklage gegen das Unternehmen sowie Mitarbeiter der Tochterfirma MakerBot ein. Umsatzzahlen sollen vorsätzlich manipuliert und technische Probleme verheimlicht worden sein.

14.07.2015: In der 120-seitigen Anklageschrift wird dem Unternehmen vorgeworfen nicht nur seine Investoren vorsätzlich mit zu hoch angesetzten Erwartungen hinsichtlich Umsatzzahlen informiert, sondern auch wissentlich MakerBot 3D-Drucker der fünften Generation mit fehlerhaften Smart Extrudern ausgeliefert zu haben, um diese schnellstmöglich auf den Markt zu bringen. Motiv dafür soll angeblich gewesen sein, den Aktienkurs von Stratasys künstlich hoch zu halten. Die zu dem Zeitpunkt bekannten Produktmängel sollen sich keinesfalls in den Umsatzerwartungen widergespiegelt haben.

Das Gerät der fünften Generation wurde erstmals auf der CES 2014 vorgestellt und laut Berichten lag die Rückgabequote des austauschbaren Smart Extruders bei unglaublichen 80%. Ein Angestellter des Unternehmens hatte sich bereits letztes Jahr anonym an die Öffentlichkeit gewandt, um auf die mangelnde Qualität und Prüfung des Produkts aufmerksam zu machen. In diesem Zuge wurden auch Bilder von schriftlichen Aufzeichnungen eines oder mehrerer Firmen-Meetings veröffentlicht, die nun Teil der Anklageschrift sind.

Nach Bekanntwerden der Mängel reagierte Stratasys mit einer Korrektur seiner Umsatzprognosen, woraufhin der Aktienkurs in diesem Frühjahr stark eingebrochen ist. Investoren fordern nun Kompensation für ihre Verluste ein.

Im April wurde der 3D-Drucker Entwickler und Hersteller MakerBot, der 2013 von Stratasys für $ 403 Millonen gekauft wurde, Umstrukturierungen unterzogen. So mussten damals 20% der Mitarbeiter das Unternehmen verlassen und drei der MakerBot Stores wurden geschlossen. Auch in der Führungsebene gab es einen regen Wechsel. Nachdem Gründer und CEO Bre Pettis das Unternehmen 2014 verlassen hatte, wurde die Leitung Jennifer Lawton übertragen. Anfang März 2015 übernahm überraschenderweise Jonathan Jaglom, die Position des MakerBot Geschäftsführers.

 

27.07.2017: Update – Stratasys von Betrugsvorwürfen freigesprochen 

Stratasys wurde vom Gericht im US-Bundesstaat Minnesota endgültig von allen Vorwürfen wegen Betrugs freigesprochen.

Die Aussage von Stratasys, dass seine 5G 3D-Drucker „unerreichte Geschwindigkeit, Verlässlichkeit, Qualität und Verbindung bieten“ seien vage und unverlässlich. Die Behauptung sein nicht wesentlich und lediglich Marktschreierei. Da sie so unkonkret und offensichtliche Übertreibung sei, würde sich kein Vernünftiger Investor darauf verlassen, so das Urteil.

Zudem vermerkte das Gericht, auch wenn das Ausmaß der Behauptung „unerreichte Geschwindigkeit“ einklagbar sein könnte, haben die Aktionäre keine Fakten angeführt, dass die 5G 3D-Drucker nicht schneller als andere MakerBot Drucker oder andere 3D-Drucker am Markt wären.