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Kostengünstige Prothesen für Menschen in Krisengebieten dank 3D-Druck

Wissenschaftler der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg und der Fachhochschule Lübeck erarbeiten in einem Gemeinschaftsprojekt ein Verfahren um individuell anpassbare Prothesen mittels 3D-Scan- und 3D-Drucktechnologie zu erstellen. Dieses soll einfach anzuwenden und kostengünstig sein, um Ärzten in Krisengebieten die Möglichkeit zu geben, Minenopfern vor Ort helfen zu können.

Während das Material für den 3D-Druck aus recycelten Kunststoff gewonnen werden soll, entwickelt das 3DPro Projektteam unter der Leitung von Dr. Christian Zagel vom Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik ein einfaches 3D-Scan-Verfahren, das es auch Personen ohne technischen Hintergrund erlaubt die Gliedmaßen von Patienten digital zu erfassen. Idealerweise soll dies auch am Smartphone mit einer einfachen Handykamera möglich sein. Speziell der Schaft der Prothese muss genauestens an den Patienten angepasst werden um Druckstellen, Schmerzen oder Entzündungen zu vermeiden. Die 3D-gedruckten Kunststoffprothesen werden dann mit weichem Silikon ausgekleidet um den Tragekomfort zu erhöhen.

„Wir wollen, dass Anwender vor Ort, zum Beispiel Ärzte, mit dem System arbeiten können und dafür weder spezielle Kameras oder teure 3D-Drucker zur Verfügung haben, noch ausgebildete Ingenieure oder Orthopäden sein müssen“, erklärt Christian Zagel.

Die Entwicklung der Software ist derzeit noch in Arbeit. Zeitgleich werden auch verschiedene Materialien getestet sowie mögliche Social Crowdfunding Finanzierungsmöglichkeiten für das Projekt evaluiert. Nach einer Testreihe sollen die ersten Prothesen für Patienten bereits 2017 gedruckt werden.

Das 3DPro Projekt ist vor Kurzem im Rahmen des “Deutschland – Land der Ideen” als “Ausgezeichneter Ort im Land der Ideen” prämiert worden.

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