Schweizergarde setzt auf 3D-gedruckte Helme

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Die Schweizergarde ersetzt ihre bestehende Helme durch 3D-gedruckte Helme. Zudem wird die Truppenstärke im Vatikan von 110 auf 135 Soldaten erhöht.

Seit 1506 beschützt die Schweizergarde den Papst und ist für Wach- und Ehrendienste im Vatikan zuständig. Im Jahr 2000 wurde die Truppenstärke von 100 auf 110 Mann erhöht und jetzt ist eine Erhöhung auf 135 Soldaten geplant. Die Aufstockung des Personales wird durch gestiegene Anforderungen begründet.

Die neuen Helme sind aus einem 3D-Scan eines Helms aus dem 16. Jahrhundert entstanden. Nachdem das 3D-Modell entsprechend nachgearbeitet wurde, wurde es ausgedruckt. Dafür kam ein spezieller schlagzäher und witterungsbeständiger Kunststoff zum Einsatz. Schutz vor Schussverletzungen oder anderen Gefahren bietet der Helm allerdings nicht (wie auch seine Vorgänger). Diese Funktion ist aber auch nicht wichtig, da der Helm hauptsächlich für Wach- und Ehrendienste eingesetzt und dann passender zur historischen Uniform getragen wird.

Gefertigt werden die Helme durch eine Stanser Firma für additive Fertigung. Die Herstellungsdauer soll bei rund 14 Stunden liegen und die Kosten bei 800 bis 900 Euro pro Stück. Die Finanzierung der ersten Helme erfolgte durch private Sponsoren, weitere Sponsoren werden noch gesucht. Die Initiative hinter dem Projekt wurde von Peter Portmann gestartet, der Bauingenieur ist und sich für additive Fertigung einsetzt. Neben der geringeren Herstellungskosten wurde auch der Tragekomfort erhöht. Ein niedrigeres Gewicht und bessere Hitzeeigenschaften sollen das Tragen des Helms erleichtern.

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