Studenten entwickeln günstige 3D-gedruckte Handprothese

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Studenten der University of Manchester in Großbritannien haben 3D-Druck eingesetzt, um eine voll funktionsfähige Handprothese zu entwickeln. Die Roboterhand stellt eine leistbare Alternative zu herkömmlichen Prothesen für amputierte Menschen dar.

Der Maschinentechnik-Student Alex Agboola-Dobson und sein Team haben eine voll funktionsfähige Roboterhand konstruiert und gebaut. Die einzelnen Bauteile dafür lassen sich kostengünstig am 3D-Drucker herstellen.

Finger und Daumen der Prothese wurden aus flüssigem Kunstharz mittels Stereolithographie-Verfahren (SLA) gefertigt. Diese können sich unabhängig voneinander bewegen oder beispielsweise auch eine Faust formen. Damit lassen sich im Gegensatz zu herkömmlichen Prothese auch schwierigere Aufgaben durchführen, die den Alltag des Trägers erleichtern.

„Wir möchten nicht nur, dass die Prothese leistbar ist, sondern auch, dass sie optisch ansprechend wirkt und Träger sich dafür nicht schämen müssen oder es ihnen peinlich ist sie zu tragen,“ erklärt Agboola-Dobson. „Einige traditionelle Modelle sehen umständlich aus und fühlen sich auch so an. Hochwertigere Prothesen wiederum sich kaum leistbar. Wir denken, dass wir mit unserer Konstruktion einen Beitrag leisten können um etwas zu bewegen und planen das Projekt zukünftig auch auf den Markt zu bringen.“

Roboterhand für nur £307

Viele der über die NHS – dem staatlichen Gesundheitssystem in Großbritannien – erhältlichen Prothesen sind rein für kosmetische Zwecke gedacht. Deshalb wollten die Studenten unbedingt eine robotische Prothese entwickelt, die sich lebensechter anfühlt und über ein futuristisches Design verfügt. Ihnen ist es gelungen die Roboterhand für nur £307 zu bauen; zukünftig sollen diese Kosten noch unterboten werden. Die meisten fortschrittlicheren und funktionsfähigen Prothesen kosten zwischen £ 25.000 und £ 60.000 und müssen privat bezahlt werden. Auch Prothesen mit einfachen und grundlegenden Greiffunktionen kosten £ 3.000 und aufwärts.

In Zusammenhang mit der Roboterhand hat das Team eine Android App für das Smartphone entwickelt, das über Bluetooth verbunden ist. Muskelsensoren werden auf den Arm des Trägers angebracht und können über die App gepaart werden, um so die Hand korrekt steuern zu können.

„Die Funktionalität kann über die Smartphone-App individuell eingestellt werden, jedoch erfolgt die Kontrolle der Hand über die Muskelsensoren. Es ist wirklich einfach zu bedienen,“ fügt Agboola-Dobson hinzu.

Zukünftig möchten die Studenten das SLA-Verfahren durch FFF-Druck der Bauteile ersetzen, um die Kosten für die Prothese weiter senken zu können.

Student built 3D-printed bionic hand

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