Home 3D Objekte Versicherung zahlt Unterkiefer aus dem 3D-Drucker nicht

Versicherung zahlt Unterkiefer aus dem 3D-Drucker nicht

Nachdem vor wenigen Wochen das erste, funktionsfähige Unterkiefer aus einem 3D-Drucker erfolgreich implantiert wurde, reagieren Versicherungen weniger euphorisch auf diese Entwicklung. 

Vor etwa zwei Wochen wurde einer 83-jährigen Patientin die an Knochenschwund litt, ein neues, künstliches Unterkiefer transplantiert. Das Titanium Implantat, welches mithilfe eines 3D-Drucker erzeugt wurde, löste dabei weltweite Begeisterung aus. Diese Euphorie wird jedoch nicht von allen geteilt. Versicherungen decken einen solchen Eingriff derzeit nicht ab und das obwohl eine derartige Rekonstruktion weniger Kosten verursachen könnte, als herkömmliche Wiederherstellungsverfahren.

Medialer Hype

Seit der revolutionären Operation in den Niederlanden hetzt Maikel Beerens (27), Gründer der Xilloc Medical BV. und Mitentwickler des Implantates von einem Pressetermin zum nächsten. Das niederländische Unternehmen, welches 2010 gegründet wurde und bereits vier Innovations-Preise erhielt, zählt zu den Top 3 Implantat-Hersteller weltweit. Im Unterschied zu vielen anderen Mitbewerber, können hier auch individuell angepasste Implantate erzeugt werden. Durch modernste 3D-Druck Technologie kann somit ein Markt, der von anderen als zu klein angesehen wird, erfolgreich bedient werden.

Keine Kostenübernahme seitens der Versicherung

Wie fd.nl berichtet werden die Kosten solcher 3D-gedruckten Implantate jedoch derzeit nicht von Versicherungen übernommen. Schuld daran sollen die vergleichsweise hohen Produktionskosten der Implantate von €7000 bis €12000 sein. Eine Rechnung die laut Beerens nicht vollständig ist. Da die Verpflanzung eines 3D-gedruckten Implantates nur etwa 45 Minuten in Anspruch nimmt und auch keine nachfolgende rekonstruktive Chirurgie notwendig ist, soll das Verfahren im Vergleich zu traditionellen Operationen, die mehrere Stunden benötigen, dennoch günstiger sein. Eine größere Auftragslage könnte künftig die Implantatkosten ebenfalls weiter senken. Dafür ist der niederländische Markt jedoch zu klein, weshalb Xilloc derzeit auf Unterstützung von Multinationalen-Unternehmen hofft.

Zukunftschancen

3D-Drucker werden laufend wichtiger für die Medizin. So könnten künftig Implantate generell aus dem 3D-Drucker kommen. Die Kombination von individueller Anpassbarkeit und einer möglicherweise preisgünstigeren Produktion (sie auch Handprothese für die 3.Welt) könnte sich langfristig durchsetzen.

(c)Pictures: xilloc.com

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