D3D weist neue Wege in der Metallverarbeitung

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Start-up aus Baindt setzt auf 3D-Metalldruck
> Revolutionäre Fertigungstechnik spart Zeit und Gewicht
> Full-Service unterstützt kleine, mittelständische und große Kunden

Vor mehreren Jahren galt der 3D-Druck eher als Spielerei und nur für Kunststoffe geeignet. Jetzt ist die Additive Fertigung reif für den Markt – und dies sogar im Bereich der Metallverarbeitung. Mit einem ganzheitlichen Ansatz will D3D Additive Manufacturing GmbH, ein junges Start-Up aus Baindt, die
revolutionäre Technologie vor allem für kleine und mittelständische Unternehmen der Region verfügbar machen.

„Der 3D-Metalldruck hat rasante Fortschritte gemacht, doch das ist noch zu wenig bekannt“, sagt Dominic Grundmann (28), der als technischer Projektleiter bei einem Mittelständler tätig war, ehe er Anfang Januar gemeinsam mit dem Fahrzeugbauingenieur Dominik Ross (27) D3D an den Start gebracht hat. Herzstück der Produktionshalle im Gewerbegebiet Mehlis ist ein fast fünf Tonnen schwerer, hochmoderner Metalldrucker, der komplexe, chemisch reine Teile aus Edelstahl, Titan oder Nickel-Superlegierungen bis zu einer Größe von 275 x 275 x 420 Millimetern fertigen kann. Dabei jagt ein Laserstrahl in ultrapräzisen Mustern über eine dünne Schicht Metallpulver, die danach aushärtet. Dieser Prozess wiederholt sich Schicht für Schicht, bis ein dreidimensionales Werkstück wie aus einem Guss entstanden ist.

Fräsen, drehen, schneiden, bohren: All diese Prozesse der Metallverarbeitung werden auf ein Minimum in der Nachbearbeitung reduziert. Damit verbunden ist eine drastische Verkürzung der Produktionszeiten. „Was bei komplexen Bauteilen und mehreren Standorten viele Wochen, wenn nicht gar Monate dauert, ist beim 3DDruck innerhalb weniger Tage, oft sogar über Nacht möglich“, erklärt Dominik Ross. Bei Kleinserien können sich darüber hinaus erhebliche Kostenvorteile ergeben. Und schließlich werden filigrane Konstruktionen, die mit konventionellen Methoden schlicht unmöglich sind, durch additive Verfahren überhaupt erst realisierbar. Damit verbunden sind deutliche Einsparungen beim Gewicht – bei gleicher Festigkeit.

Die ganze Prozesskette im Blick

Kein Wunder daher, dass der 3D-Metalldruck in Branchen wie der Luft und Raumfahrt oder im Automobilbereich eingesetzt wird, wo Global Player wie General Electric oder Siemens um jedes Gramm Gewicht kämpfen. „Doch auch Mittelständler im Werkzeug- oder Sondermaschinenbau können massiv profitieren“, ist Dominic Grundmann überzeugt. Dafür müsse man aber die gesamte Prozesskette in den Blick nehmen. So bietet D3D neben der Konstruktion, Produktion und der Nachbearbeitung auch Beratungsworkshops an, in denen die Spezialisten Konstrukteure in eine Welt einführen, die kaum noch konstruktive Grenzen kennt.

„Zeitenwende in der industriellen Fertigung“

Die ersten Kunden hat das Start-up bereits begeistert, auch MdB Axel Müller zeigte sich bei einem Besuch beeindruckt von der Digitalisierung der Metallverarbeitung. Experten wie Horst Wildemann, Professor für Wirtschaftswissenschaften an der TU München, sind von den Potenzialen des 3D-Drucks überzeugt: „Die Technologie markiert eine Zeitenwende in der industriellen Fertigung“, so Wildemann jüngst in einem Beitrag für die FAZ. „Die Additive Fertigung hat das Potential, die Metallverarbeitung zu revolutionieren.“

Die D3D Additive Manufacturing GmbH ist auf den 3D-Druck von Metall spezialisiert. Neben der Produktion und Konstruktion bietet das Unternehmen auch Workshops und Lehrgänge für Konstrukteure an und konstruiert Werkstücke im Kundenauftrag. Das in Baindt ansässige Start-up wurde 2017 von Dominic Grundmann und Dominik Ross gegründet.

Wenn man die beiden fragt, was die wichtigsten Grundlagen für den 3D Druck sind, antworten sie wie aus der Pistole geschossen: 50% Know-how, 50% Technik und 50% Begeisterung. 150%? Klar, lachen die beiden, als Start-up muss man einfach ein bisschen mehr geben.

Ihr Motto: „Sei innovativ > denk additiv!“
Weitere Informationen finden Sie unter: http://www.d3d-am.de