Der German RepRap L280: Erster 3D-Drucker für Liquid Additive Manufacturing (LAM)

82

German RepRap arbeitet seit einigen Jahren an der Entwicklung des 3D-Druckverfahrens Liquid Additive Manufacturing (LAM) und hat dazu auch schon auf der Formnext erste Prototypen gezeigt. LAM erlaubt das 3D-Drucken flüssiger oder hochviskoser Materialien, wie Liquid Silicone Rubber (LSR). Inzwischen ist das Verfahren reif für die Nutzung in der Industrie und German RepRap präsentiert mit dem L280 den ersten serienreifen LAM-3D-Drucker.

LAM ist ein sehr interessantes 3D-Druckverfahren, denn es wird mit einem Material gearbeitet, das nicht – wie beim FFF-Drucker – aufgeschmolzen und wieder verfestigt wird, sondern flüssig ist, und unter Hitze Einwirkung vulkanisiert. Das bedeutet, dass die einzelnen Schichten, die der Drucker ablegt, sich miteinander fest verbinden, statt nur leicht miteinander zu verschweißen. So lassen sich Bauteile erzeugen, die dieselben Eigenschaften wie spritzgegossene Teile haben – ein eindeutiger Vorteil, denn Erkenntnisse aus dem 3D-gedruckten Prototyp lassen sich direkt auf spritzgegossene Serienteile übertragen.

Mit der LAM-Technologie kann sogar die Auftragsrichtung und somit die Vulkanisation auf Makro-Molekülebene beeinflusst werden. Dann bietet das Material teilweise bessere Festigkeiten im Vergleich zum Spritzguss. Zudem lassen sich natürlich alle Vorteile der Additiven-Technologie wie Freiheit in der Gestaltung und das Füllen des Teileinneren mit Waben- oder anderen Strukturen nutzen. Das verwendete Liquid Silicone Rubber (LSR) von DOW wird bereits in vielen Unternehmen für unterschiedlichste Produkte verwendet und gibt dem Kunden sicherlich Vertrauen auf die Verwendung dieses 3D LSR Materials in der Zukunft.

Mit dem L280 präsentiert German RepRap auf der Formnext erstmals einen serienreifen LAM-3D-Drucker. Der L280 bietet einen Bauraum von 280 x 280 x 200 Millimeter (X x Y x Z) und eine Schichtdicke zwischen 0,22 und 0,9 Millimeter. Düsen mit 0,23, 0,4 und 0,8 Millimeter Öffnung erlauben sehr genaue, aber relativ lang dauernde Drucke ebenso wie weniger detaillierte, aber schnell gedruckte Bauteile. Eine beheizte Druckplatte erhöht die Haftung der gedruckten Teile und sorgt für eine optimale Vernetzung. Eine Hochtemperatur-Halogenlampe wird im Prozess gezielt eingesetzt, um die Vernetzung zu beschleunigen. Dies senkt die Druckzeit erheblich und verbessert gleichzeitig die Druckqualität. Im Vergleich zu herkömmlichen Produktionsverfahren wie dem Spritzguss lässt sich so eine Zeitersparnis von 50 Prozent und mehr erreichen.

Das von DOW entwickelte Material EVOLV3D™ LC 3335 Liquid Silicone Rubber (LSR) kann in Form von Kartuschen zugeführt werden, es wird aber auch eine Option zur Fassentnahme angeboten. Touch-Display und Drucken vom USB-Stick ermöglichen das Stand-Alone-Drucken, zudem lässt sich der L280 an ein Netzwerk anschließen.

Auch an die Sicherheit hat German RepRap gedacht und im L280 eine Sicherheitstechnik installiert, die den Aushärtungsprozess überwacht und bei Unregelmäßigkeiten den Prozess sofort stoppt. Ein Ampelsystem gibt Auskunft über den aktuellen Status.

Der L280 3D-Drucker hat in ausgiebigen Tests und Pilotanwendungen in der Praxis seine Zuverlässigkeit im Dauerbetrieb bewiesen. Für den kommerziellen Einsatz, bei dem es um hohe Verfügbarkeit geht und auf Zuverlässigkeit ankommt, steht optional ein Wartungsvertrag sowie ein professioneller Vor-Ort-Service von geschulten Technikern zur Verfügung. Dieser beinhaltet neben der Wartung und Reparatur des 3D-Druckers, auch Software– und Hardware-Trainings. Auf individuelle Wünsche kann jederzeit eingegangen werden. Das weltweite, zertifizierte German RepRap Partner-Netzwerk stellt einen zuverlässigen und professionellen Service durch einen persönlichen Ansprechpartner in nahezu jeder Region sicher.

Mehr Informationen zum Produkt finden Sie auf unserer Website.

Abonnieren Sie die wöchentlichen 3Druck.com-Newsletter. Jeden Montag versenden wir die wichtigsten Beiträge und Updates der Woche. Melden Sie sich jetzt kostenlos an.