„Digital Smile Design“-Software hilft anhand von 3D-Scanning & 3D-Druck bei Zahnkorrekturen

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Der brasilianische Zahnarzt Christian Coachman entwickelte ein Programm, genannt Digital Smile Design (DSD), mit welchem Patienten ihr eigenes Lächeln gestalten können. So ist es Patienten, welche sich neue Zähne wünschen oder gar benötigen, noch vor dem chirurgischen Eingriff möglich diese mitzugestalten.

3D-Technologien sind aus medizinischen Bereichen, vor allem der Prothetik sowie Orthetik, kaum mehr wegzudenken. Nun gibt es dank Digital Smile Design auch einen Fortschritt in der Zahnmedizin. Diese Technologie ermöglicht es Zahnärzten unter anderem mehr auf die Wünsche der Patienten einzugehen, da diese durch DSD die Chance haben ihr neues Lächeln selbst zu gestalten. Ebenso ist diese Technik ideal für Diagnose- und Behandlungsplanung.

Im ersten Schritt des digitalen Workflows wird eine detaillierte 3D-Untersuchung mithilfe eines interoralen Scanners im Mund des Patienten durchgeführt. Das Ergebnis des Scans wird in weiterer Folge in die DSD Nemo Software importiert und zu einem 3D-Modell umgewandelt. Nach diesem Schritt können Arzt und Patient gemeinsam aus einer Vielzahl an digitalen Zahnformen wählen und diese über den Scan legen. Hierdurch können Patienten vorab die Ästhetik ihrer neuen Zähne ansehen und bestimmen. Die entworfenen 3D-Modelle können anschließend mit einem Desktop-SLA3D-Drucker realisiert werden.

Die Digital Smile Design-Technik schaffte es sogar bis in eine Zahnarztpraxis, betrieben von Pablo Ramírez und dessen Bruder Alejandro, auf den Kanarischen Inseln. Die Brüder nutzen den Formlabs Form 2 3D Drucker, um die digitalen Modelle 3D zu drucken.

„Wir legen dann das Modell in einen Silikon-Index, der ein Negativ der Zähne im Index erzeugt“, erzählt Ramirez. „Dann verwenden wir eine dünne Schicht temporäres Acryl, um die Zähne direkt im Mund des Patienten zu bilden.“ 

Neben den bereits erwähnten Vorteilen des DSD-Prozesses, ist dieser zudem bis zu zehn Mal schneller als bisher angewandte, analoge Techniken. Dies vereinfacht den gesamten Workflow, ermöglicht eine bessere Planung und spart Kosten.

„Digital ausgebildete Techniker und Zahnärzte werden heutzutage zum Standard und ihre Zusammenarbeit ist ein Muss, um die besten Ergebnisse zu erzielen. Aber auch wenn die Technik unseren täglichen Arbeitsablauf verändert hat und hier zu bleiben ist, werden die Grundprinzipien wie die Biologie und die Behandlungsplanung immer in der Zahnmedizin entscheidend sein.“, erklärt Ramírez.