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Made In Space entwickelt Stromversorgungssystem für kleine Satelliten

Das auf Weltraum-3D-Druck spezialisierte Unternehmen Made In Space arbeitet nun an der Entwicklung von Stromversorgungssystemen für kleine Satelliten. Diese Systeme sollen die Energie von den momentan begrenzten 1 Kilowatt auf fünf Kilowatt steigern und überdies Solarenergie nutzen.

Bereits im Jahr 2016 machte Made in Space erstmals in der Welt der additiven Fertigung auf sich aufmerksam. Das 2010 gegründete Unternehmen zeichnet sich als Pionier des Weltraum-3D-Drucks aus, da es für den ersten 3D-Drucker im Weltraum verantwortlich ist. Seit kurzer Zeit beschäftigt sich Made in Space nun mit der Entwicklung von Stromversorgungssysteme für kleine Satelliten.

Nach eigener Aussage ist das Unternehmen der Ansicht, dass die Lieferung kleinerer Satelliten mit größeren Kapazitäten den Vorgang, energieintensive Nutzlasten in den Weltraum zu schicken, wesentlich kosteneffizienter gestalten könnte. Die neu entwickelten Stromversorgungssystem sind in der Lage die momentan auf 1 Kilowatt oder weniger begrenzte Leistung kleiner Satelliten auf 5 Kilowatt zu steigern oder gänzlich auf Solarenergie umzusteigen. Möglich wird dies, nach Aussage des Unternehmens, durch die Verwendung der in-space additiven Herstellungs- und Montagetechnologie Archinaut.

„Trotz der Fortschritte in der Avionik und der Nutzlast-Verpackung bieten kleine Satelliten weniger Kapazität pro Kilogramm als ihre größeren Brüder, weil kleine Satelliten leistungsbeschränkt sind“, erklärt Andrew Rush, CEO von Made in Space. „Dies verhindert oft energieintensive wissenschaftliche Fernerkundungs-, Kommunikations- und Verteidigungsnutzlasten, die sonst passen. Der Einsatz dieser energieintensiven Nutzlasten auf kleinen Satelliten verändert das Spiel, da diese Plattformen beim Bau und Start viel weniger Zeit kosten und schneller einsatzbereit sind als 1.000+ Kilogramm Satelliten.“

Die additive in-space Herstellungs- und Montagetechnologie Archinaut wird derzeit durch einen NASA-Vertrag entwickelt. Bestehend aus einem Weltraum-3D-Drucker sowie Roboterarmen, kann Archinaut große Strukturen direkt im Weltall 3D-drucken und aufbauen. Nun soll eben diese Technologie genutzt werden, um kleine Satelliten mit größeren Solar-Arrays auszurüsten und so die Leistung zu steigern.

„Aufgrund der Volumen- und Masseneffizienzen bei der Herstellung der Struktur könnte ein kleiner Satellit wie ein 150-kg-ESPA-Klasse-Satellit mit 5 kW Leistung eingesetzt werden“, sagte Rush. „Heute ist diese Art von Strom nur für Satellitenbusse über 1.000 kg verfügbar, die auf Raketen starten, die mehrere zehn Millionen Dollar kosten.“

Subscale-3-Meter-Modell einer von Archinaut gebauten Solaranlage. Die ersten Flugversionen des Stromsystems von Archinaut werden 10 m lang sein und ungefähr 10 m² Solar-Array-Oberfläche bereitstellen, was die Sammlung von mehreren Kilowatt Energie ermöglicht.

Neben dem Einsatz des Archinaut-Stromversorgungssystem für kleine Satelliten sieht Made In Space deren System ebenso in weiteren Anwendungsbereichen:

„Da das Archinaut-System in der Weltraumfertigung und Robotik verwendet wird, wird die gleiche Kerntechnologie für eine Reihe von Weltraummissionen nützlich sein“, fügte Rush hinzu. „Es kann auch für eine Reihe von wirkungsvollen Anwendungen jenseits von Stromversorgungssystemen verwendet werden, z. B. um große Aperturen zu erzeugen oder um Sensoren voneinander zu entfernen.“

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