Wie tote Fliegen den 3D-Druck umweltfreundlicher machen können

Angesichts der Umweltbelastung durch herkömmliche 3D-Druckmaterialien suchen Forscher nach umweltfreundlichen Alternativen. Eine innovative Lösung könnten dabei Insekten liefern.

Wissenschaftler haben kürzlich im Rahmen der Herbsttagung der American Chemical Society ihre Fortschritte auf dem Gebiet vorgestellt. Sie haben Chitin aus toten Schwarzen Soldatenfliegen extrahiert. Die Insekten fallen als Abfallprodukt in der Landwirtschaft an. Durch ein spezielles Verfahren gewinnen die Forscher aus dem Chitin den Biokunststoff Chitosan.

Erste Experimente haben gezeigt, dass sich aus Chitosan ein Hydrogel herstellen lässt. Ziel ist es nun, ein vollwertiges Bioplastik für den 3D-Druck zu entwickeln. Dieses könnte dann herkömmliche, erdölbasierte Materialien wie Polycarbonat oder Polyurethan ersetzen.

Chitin gilt nach Cellulose als zweithäufigstes Biopolymer der Erde. Die Forscher sehen daher großes Potenzial, es als Alternative zu fossilen Rohstoffen in der additiven Fertigung zu etablieren. Noch steht die Entwicklung am Anfang, aber die innovative Idee zeigt, wie 3D-Druck umweltfreundlicher gestaltet werden könnte.

Die Wissenschaftler betonen auch die Vorteile von Insekten gegenüber anderen natürlichen Rohstoffquellen: “Wir nehmen buchstäblich etwas, das Abfall ist, und machen etwas Nützliches daraus”, erklärt die leitende Forscherin Karen Wooley. Im Vergleich zu pflanzlichen Quellen wie Zuckerrohr konkurriere die Insektenzucht nicht mit Nahrungsmitteln oder anderen Anwendungen.

Sollte sich das Chitosan-Bioplastik in weiteren Tests bewähren, wäre es ein großer Schritt hin zu nachhaltigeren 3D-Druckverfahren. Die organisch abbaubaren Materialien aus Insektenchitin könnten der Umweltverschmutzung durch Plastikmüll entgegenwirken. Die Vision ist ein Kreislaufsystem, bei dem Insekten sogar den Plastikabfall wiederverwerten könnten.

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