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Tag 1 der Rapid.Tech + FabCon 3.D 2019: Quantensprünge in der Medizin und weitere Innovationen durch Additive Manufacturing

Seit heute trifft sich die 3D-Druck-Welt wieder in Erfurt zur bereits 16. Auflage von Rapid.Tech + FabCon 3.D. Mehr als 175 Aussteller aus Deutschland und dem weiteren Europa zeigen bis zum 27. Juni dieses Jahres neueste Entwicklungen im 3D-Druck für Anwendungen von A wie Auto bis Z wie Zahnmedizin. Parallel dazu laden der hochkarätig besetzte Rapid.Tech-Fachkongress, die 3D Printing Conference und weitere Veranstaltungen zum Wissens- und Erfahrungsaustausch sowie zum Netzwerken ein. „Neben den Kongress- und Messethemen setzen wir in diesem Jahr einen weiteren Schwerpunkt auf das Networking und bieten mit diesem Dreiklang den Besuchern und Ausstellern noch mehr Möglichkeiten für anwenderbezogenes Informieren und Kommunizieren. Der anhaltende Zuspruch für die älteste Kongressmesse zum 3D-Druck in Deutschland spornt uns an, das Konzept ständig an sich verändernde Bedürfnisse anzupassen. Dazu trägt die in diesem Jahr erstmals angebotene Event-App bei, mit der sich Besucher und Aussteller schnell zum aktuellen Geschehen auf der Messe informieren können“, erklärt Michael Kynast, Geschäftsführer der Messe Erfurt GmbH.

Ein Ausweis für die europaweit geschätzte hohe Qualität der Erfurter Veranstaltung ist für den Fachbeiratsvorsitzenden Michael Eichmann, Manager bei Stratasys, die erneut gestiegene Zahl an Beitragseinreichungen für die rund 100 Kongressvorträge. „Auch in diesem Bereich passen wir die Inhalte kontinuierlich an die Entwicklungen im Additive Manufacturing an. Dominierten in den ersten Jahren noch Fragen des Prototypenbaus und kleiner Serien, geht es jetzt immer mehr um die Industrialisierung. Damit kommen Themen wie Softwareintegration, Normen und Standards sowie eine frühzeitige Bildung zum 3D-Druck auf die Tagesordnung, die wir in diesem Jahr neu ins Programm aufgenommen haben.“

Welche Fortschritte mittels additiver Technologien in den letzten fünf Jahren in der Medizin möglich geworden sind, zeigte Prof. Dr. Dr. Majeed Rana in seinem Keynote-Vortrag zur Eröffnung des Kongresses auf. Der Leitende Oberarzt und stellvertretende Klinikdirektor der Klinik für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie am Universitätsklinikum Düsseldorf sprach über den Einsatz der computer-assistierten Chirurgie zur mikrovaskulären Rekonstruktion des Gesichtsschädels. Mittels additiven Verfahren können heute durch Unfälle oder Tumore hervorgerufene Defekte im Kiefer- und Gesichtsbereich vollständig und meist mit nur einer Operation beseitigt werden. „CAD-Software und 3D-Druck sind hier entscheidende Hilfsmittel für den Chirurgen. Damit kann er eine Operation punktgenau planen und die benötigten Implantate patientenspezifisch anfertigen lassen. Er erhält Werkzeuge an die Hand, die es ihm ermöglichen, mit hoher Sicherheit ganz individuell die Situation des Patienten zu erfassen und danach die erforderlichen Rekonstruktionen vorzunehmen. Mit konventionellen Mitteln müsste er sich viel mehr auf sogenannte Mittelwerte und seine Erfahrung verlassen“, skizziert Prof. Dr. Dr. Rana den Quantensprung.

Innovationen für die Medizin können die Besucher auch in der Ausstellung in Augenschein nehmen. Dazu gehören der schnellste 3D-Drucker für Zahnimplantate, den Trumpf vorstellt, ein 3D-gedrucktes Schädelmodell für OP-Vorbereitungen von Stratasys oder das erste gedruckte Mini-Herz aus menschlichen Zellen, das Forscher der Universität Tel Aviv/Israel im Rahmen des internationalen Designwettbewerbes 3D Pioneers Challenge in Erfurt präsentieren.
Darüber hinaus zeigen die Aussteller neueste Entwicklungen von Software und Datenaufbereitung über Werkstoffe, Verfahren und Maschinen bis hin zu Nachbearbeitungs- sowie Qualitätssicherungsleistungen entlang der gesamten additiven Kette, die in Branchen wie Automobilindustrie, Luft- und Raumfahrt, Energie und Maschinenbau gefragt sind.

Dass innovative Ideen im Bereich Additive Manufacturing nicht ausgehen, demonstrierten die acht internationalen Finalisten, die sich um den 2019er Titel „Start up of the year“ bewarben. Zum Sieger kürte die Jury Glassomer, ein Spin-off des NeptunLab der Universität Freiburg. Das Team hat neuartige Materialien (Glassomer genannt) entwickelt, mit dem erstmals das 3D-Bedrucken von Glas möglich wird. Der zweite Platz ging an Darmstadt Graphics Group für eine intelligente Softwarelösung zur automatisierten Optimierung von 3D-Modellen. Innerhalb von wenigen Sekunden kann eine große Datei komprimiert werden, ohne die visuelle Qualität zu verlieren. Den dritten Platz belegt das britische Start-up FabPub für die universelle Baumaschine Polibot. FabPub unterstützt Communities, indem es den Zugang zu digitalen Fertigungswerkzeugen und Fertigungszeitwerkzeugen im großen Maßstab mit Experten auf diesem Gebiet ermöglicht.
Insgesamt wurde ein Preisgeld von 14.000 Euro ausgeschüttet.

Die Rapid.Tech + FabCon 3.D wird morgen (26. Juni 2019) fortgesetzt. Den zweiten Veranstaltungstag eröffnet Ulli Klenk von Siemens Power Generation Services mit einer Keynote zur Industrialisierung generativer Fertigungsverfahren am Beispiel der Turbinenproduktion.
Premiere haben das Forum Education, das Beispiele für die frühzeitige Einbindung von 3D-Druck in Schule und Ausbildung aufzeigt, und das Forum Software & Prozesse. Darüber hinaus laden die Foren Additive Lohnfertigung, AM Science, Werkzeug-, Formen- und Vorrichtungsbau sowie die Veranstaltung der Fraunhofer-Allianz GENERATIV ein. Fortgesetzt wird die 3D Printing Conference.

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