3D-gedruckter Bestäuber soll Bienenbestand retten

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Der australische Künstler Michael Candy hatte die Idee zu einem synthetischen Bestäuber, der auf einer 3D-gedruckten Roboterblume basiert und durch künstliche Bestäubung für den Fortbestand von Bienen und Pflanzen sorgen soll.

Das robotische System entworfen und konstruiert von Candy soll eine sicherere Möglichkeit für Bienen zur Bestäubung bieten.

„Es ist allgemein bekannt, dass der weltweite Bienenbestand unter Pestiziden, Klimaveränderungen und der Varroamilbe leidet. Für diese Probleme können wir Lösungen finden,“ sagt Candy.

Das System

3d gedruckter bestaeuber bienen pollen1 - 3D-gedruckter Bestäuber soll Bienenbestand rettenBestehend aus 3D-gedruckten Blüten sorgt ein motorbetriebenes Netzwerk aus Schläuchen für die Versorgung von Pollen und Nektar. Aufgestellt neben echten Pflanzen soll es Bienen zum Bestäuben animieren.

Jede der Blüten verfügt über einen künstlichen Staubbeutel sowie 3D-gedruckte Blütenblätter und ähnelt in ihrem Aussehen der Rapspflanze, sodass Bienen diese von den echten Pflanzen nicht unterscheiden können. Dies stellte sich allerdings schwieriger als gedacht vor, wie Candy erklärt:

„Es hat einige Jahre gedauert um Bienen erfolgreich davon zu überzeugen auf den synthetischen Bestäubungssystem zu landen. Farbe und Form sind dabei wichtig, da Bienen eine Reihe von Methoden haben um Blumen zu identifizieren.“

Nektar und Pollen

Während der Nektar künstlich hergestellt wird, können die Pollen für das System mit Hilfen von Pollenfallen in Bienenstöcken gewonnen werden. Bei Pollenfallen handelt es sich um eine Art Kamm am Flugloch des Bienenstocks, der die Pollen beim hindurch Kriechen von den Bienen abstreift und sammelt. Sowohl der Nektar als auch die Pollen werden über Schläuche zu den Blüten geführt. Dabei regeln Motoren die Pollenmenge. Wenn Bienen nun auf der Blüte landen bleibt der Pollenstaub an ihnen hängen. Die Pollen werden dann auf echte Blüten übertragen.

Als Einsatzgebiet dafür sieht Candy beispielsweise gezüchtete Kulturen, die selbst keine Pollen mehr herstellen können, diese jedoch für die Bestäubung benötigen.

„Zukünftig, wenn künstlich designte Pflanzen nicht mehr dazu in der Lage sind Pollen zu produzieren, sondern nur zu erhalten, könnte der synthetische Bestäuber den Reproduktionszyklus dieser Gen-modifizierten Pflanzen wiederherstellen,“ schließt Candy.

Synthetic Polleniser could help depleting bee population