Monash University und Amaero testen 3D-gedrucktes Raketentriebwerk

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Ein Ingenieur-Team der Monash University in Australien hat den Bodentest eines neuen 3D-gedruckten Raketenantriebs erfolgreich abgeschlossen. Der Prozess von Konstruktion bis hin zur Additiven Fertigung und dem Zusammenbau konnte innerhalb von nur vier Monaten abgeschlossen werden.

Das Aerospike Raketentriebwerk, genannt Project X, ist das Ergebnis der Zusammenarbeit zwischen der Monash University und Amaero, einem Spin-off der Universität das sich bereits Verträge mit großen Raum- und Luftfahrtunternehmen weltweit sichern konnte.

Aerospike Raketentriebwerke verfügen über ein Düsenprinzip welche die Anpassung an den atmosphärischen Luftdruck in unterschiedlichen Flughöhen ermöglicht. Dadurch kann das Triebwerk unter optimalen Bedingungen betrieben werden. Aufgrund der Komplexität dieses Triebwerkstyps war es bislang nicht möglich einsatzfähige Triebwerke herzustellen.

„Traditionelle glockenförmige Raketendüsen, wie man sie von Spaceshuttles kennt, erreichen ihre Spitzeneffizienz am Boden,“ erklärt Marten Jurg, Ingenieur bei Amaero. „Während des Auftriebs breitet sich die Flamme allerdings aus, was in reduzierten Schub resultiert. Das Luftstachel-Design behält seine Effektivität, jedoch ist dessen Konstruktion äußerst komplex und schwer mit traditionellen Fertigungsmethoden zu realisieren.“

Die Additive Fertigung ermöglicht es nun jedoch komplexe Konstruktionen zu fertigen, diese zu testen und innerhalb weniger Tage das Design zu optimieren und neu zu drucken. Somit konnte die kurze Entwicklungszeit von nur vier Monaten erzielt werden.

Mit ihrem neuen Projekt NextAero will das Entwicklerteam ihr Konzept nun in die internationale Raumfahrt bringen. Die erste Präsentation wird am International Astronautical Congress in Adelaide Ende September stattfinden.

Folgendes Video zeigt die Additive Fertigung sowie den Zusammenbau der ProjectX Rakete: