Johnson & Johnson stellt 3D-gedruckte Implantate und chirurgische Instrumente vor

437

Johnson & Johnson stellt über sein 3D Printing Center of Excellence eine Reihe neuer patientenspezifischer chirurgische Instrumente sowie Implantate vor, die für Ärzte in den USA verfügbar sein werden.

Über DePuy Synthes, einem Tochterunternehmen des amerikanischen Konzerns Johnson & Johnson, haben Ärzten in den USA zukünftig auf 3D-gedruckte Implantate sowie Hilfsmittel für Operationen, wie beispielsweise auf den Patienten abgestimmte Bohrschablonen, Zugriff. Dabei werden CT-Daten des Patienten so analysiert und aufbereitet, dass 3D-Modelle für die Additive Fertigung von patientenspezifischen Implantaten wie Kieferknochen oder auch maßgeschneiderten OP-Werkzeugen und Hilfsmitteln möglich ist.

Normalerweise bestehen chirurgische Instrumente aus mehreren beweglichen Teilen, die dazu verwendet werden um einzelne Komponenten an der Implantationsstelle im Körper mit Schrauben zu befestigen. Dank der 3D-Drucktechnologie können diese Instrumente in einem Stück gefertigt werden. 3D-Drucker vor Ort ermöglichen es den gesamten Prozess deutlich zu beschleunigen und patientenspezifische Instrumente wie Bohrschablonen innerhalb kürzester Zeit herzustellen.

„Üblicherweise kommt ein Arzt mit Instrumenten verschiedener Größe in den OP, was sich ineffizient auf die Operation auswirken kann. 3D-Druck jedoch ermöglicht es Instrumente herzustellen, die exakt auf den Eingriff abgestimmt sind,“ erklärt Sam Onukuri, Leiter des Johnson & Johnson 3D Printing Center of Excellence. „Wir können die Fertigung auf einer kleinen Stellfläche vor Ort durchführen und somit näher zum Patienten bringen. Dadurch entfällt der Versand über lange Strecken, was in einer kürzeren Abwicklungszeit resultiert.“

Sam Onukuri mit 3D-gedruckten Implantaten für Krebspatienten, Bild: Johnson&Johnson

Ein weiteres Projekt von DePuy Synthes sind Implantate aus Titanlegierung für Krebspatienten, die unter Knochendegeneration leiden. Die Implantate werden auf Basis von Daten aus CT, MRI oder sogar Röntgenbildern auf Patienten abgestimmt, um die fehlende Knochenstelle passgenau zu ersetzen. Über eine Zusammenarbeit mit einer weiteren Johnson & Johnson Tochterfirma, Ethicon Endo-Surgery, wird derzeit auch an 3D-Bioprinting von Meniskusgewebe für das Knie geforscht.